Mittwoch, 14. November 2012

Melaka - Singapur

Nun ist es soweit…ich verlasse Asien in wenigen Minuten.

Es war ein extrem ereignisreicher, schöner Abschluss des Kontinents und das vor allem durch Signe! Eine nette Dänin, die in Singapur studiert und durch Zufall in Melaka (Malaysia) ein Zimmer mit mir geteilt hat. Also ein weiteres Mal riesiges Glück durch Zufall :)

Unsere gemeinsame Reise begann also in Melaka, eine sehr schöne Küstenstadt in Malaysia. Mit einer Kamera bewaffnet und ner Menge Blödsinn im Kopf ging es erst zu den bekannten Sehenswürdigkeiten und danach 3h ans Meer um ein bisschen Farbe zu bekommen. Ein bisschen war leider zu viel, sodass wir beide, ich mit einem Panda-Gesicht und Signe mit leichten Schwellungen an der Stirn, endlich daraus gelernt haben – „Sonnencreme ist dafür da um benutzt zu werden“ :)

Auch unser „Mittag“ viel der Sonne zum Opfer. So wurde die Schokolade flüssig zugenommen und der Begriff „schokobraun“ nahm auch eine andere Bedeutung an, denn die gute Milka war überall, nur nicht dort wo sie hin sollte :)
Um nach dem Mittag meine letzten Ringit loszuwerden ging‘s zum Shoppen, später durch die Straßen von Chinatown und Little India. Und überall kann man was finden um die Zeit sich mehr oder weniger sinnvoll zu vertreiben – Tanzen um Weihnachtsbäume, Sari-Anprobe, Springbilder machen und zu guter Letzt eine 5kg schwere Melone kaufen um es sich dann an einer Anlegestation für Touriboote zu einem Nacht-Picknick gemütlich zu machen :) Wir waren DIE Attraktion des Abends…wahrscheinlich bin ich nun auf 1000 China-Kamera oder mehr. Auch waren die ein-und aussteigenden Gäste so nett und sind immer brav um uns herum gelaufen – was will man mehr! Ein perfekter Tag – in kürzester Zeit so viel erlebt, dass ich mir glatt ein neues Tagebuch kaufen musste, weil nun das erste schon vollgeschrieben ist!


Am nächsten Morgen mussten wir uns aber nun endlich mal auf den Weg nach Singapur machen, schließlich will ich auch noch was von dem Land sehen. Doch wir hatten vergessen das an diesem Tag ein indischer Feiertag ist, somit kamen die Busse nicht so wie sie sollten…aber mit ner Menge weiblichen Charme und der Nettigkeit der Einheimischen erreichten wir nach einigen Grenzkontrollen und einem weiteren Stempel in meinem Pass Singapur!

Die Stadt in der man irgendwie die ganze Welt wieder findet. Chinatown, Little India, sehr westliche Viertel, Arab Street, Strände und ja auch durch den Dschungel kann man wandern.

Meine letzte Nacht in Asien verbringe ich also bei Signe, in einer kleinen Studenten-WG. Nach einem köstlichen Abendessen und einer heißen Dusche machten wir uns auf zum Deepawali – dem indischen Lichtfestival. Es scheint als wären alle Inder heut auf der Straße :) Doch uns zieht es weiter durch sämtliche Straßen und Viertel. Singapur hat eine Menge zu bieten, vor allem bei Nacht.

Leider musste meine dänische Kurzzeitreisebegleitung an meinem letzten Tag in die Uni, also erkundete ich Singapur auf meine Weise – zu Fuß! Los ging’s 9Uhr zum Mac Ritchi Reservoir um dort ein bisschen „Dschugel-Feeling“ zu bekommen. Und ja, Signe hatte Recht…auf dem knapp 13km langen Rundweg fühlt man sich auf jeden Fall fernab von jeder Großstadt. Affen die um einen herum springen und grün wo man nur hinschaut. Für alle Sportbegeisterten gibt’s zudem noch Kanu-Strecken und Fitness-Stopps. Auch die Armee vollzieht hier ihre Übungen und man sieht sie ab und zu aus dem Gebüsch springen :) Außerdem eine riesige Hängebrücke um einmal über den Spitzen der Bäume zu laufen! Da ich mal wieder nicht nach Schildern gelaufen bin, musste ich an dieser Stelle mal wieder das „kleine, hilflose Mädchen“ geben um doch einen „One-Way“ entgegen gesetzt passieren zu dürfen. Aber wer kann mir schon was verbieten, wenn ich total verloren nach meinen angeblichen Freunden am anderen Ende suche! :)



Einmal komplett durchschwitzt und 2,5h später war dann das Kontrastprogramm dran – Hochhäuser und Shoppingmalls. Das berühmte Marina Bay Sands – das Haus mit dem Boot auf dem Dach und die Gegend drum herum galt es auf schöne Fotos zu bekommen. Kein Hochhaus gleicht dem anderen, jedes hat etwas besonders. Zudem wird kurz vor Weihnachten alles natürlich besonders geschmückt. Mein Favorit ist bisher der Weihnachtsbaum mit den Bierdosen als Kugel-Ersatz…das nenn ich mal Recycling! :)
Und schon wieder hatte ich das gleiche Problem – wie werde ich nun meine letzten Sing-Dollar los :) Shopping macht meinen Rucksack zwar nicht leichter, aber lieber wird mein Rucksack schwerer als ich… Also wurden nur 3 S$ in ein letztes indisches Mittag (Dhal &Rice) investiert, der Rest in Weihnachtsgeschenke für die liebe Familie daheim!

Nun hab ich aber irgendwie das Gefühl, das Asien mich nicht wirklich gehen lassen will. Mein Flieger hat Verspätung…ich fliege also nicht am 14. sondern erst am 15.11. nach Australien!

Doch auch die Wartezeit vergeht ziemlich schnell und zudem hab ich auf dem Weg hierher noch eine Chinesin glücklich gemacht…Wie? Ich hab ihr nur meine Reisegeschichte erzählt…sie war begeistert und hat sich mit dem Satz „You made my day“ von mir verabschiedet :) Das nenn ich mal einfach!

Sonntag, 11. November 2012

Malaysia - Penang, Kuala Lumpur

Heute kommt mein kleiner Eintrag aus Kuala Lumpur, naja eigentlich bin ich schon auf dem Sprung nach Melaka aber vorher noch ein kurzer Zusammenschnitt meiner letzten Tage.  Kurz deshalb weil ich nun mal so richtig faul war…lang ausschlafen, ausgiebiges Frühstück und am Nachmittag überlegen wie man die Zeit am besten rumbekommt :)


 Nachdem ich meine erste Nacht im „Schuhkarton“ in Penang vollbracht hatte, versuchte ich auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Doch irgendwie kann ich nicht wirklich sagen, was nun eigentlich Malaysia ist, denn die Straßen sind gefüllt mit Chinesen, deren Schriftzeichen und Essensständen – ok vielleicht liegt es daran das ich in Chinatown unterkomme :) Ich verstehe kein Wort und bin zum ersten Mal bisl hilflos da ich ja auch keine Straßenschilder lesen kann…was soll‘s. 
Ich mache mich dann doch lieber auf nach Little India – die Kultur bin ich ja bereits gewöhnt. So freut es mich umso mehr, endlich mal wieder mit Fingern verschiedene Currys mit Reis zu essen! Nicht nur das ich keine Gabel brauch verwundert den Koch, auch meine wenigen indischen Sprachkenntnisse fallen auf. Allerdings spricht das hier keiner, denn die meisten sind hier geboren und haben noch nie das Land verlassen – sprechen also Malaiisch!

Nach all den asiatischen Vierteln in Penang lande ich plötzlich in einem sehr westlichen Bereich, der von Briten dominiert wird. Das alles hat geschichtliche Hintergründe, doch wozu gibt’s Wikipedia – lest es selbst nach - ich bin ja kein Geschichtsbuch :) Für mich selbst ist die Stadt ganz nett, doch leider fühl ich mich bisher noch etwas allein, da in meiner Unterkunft nur alte, versoffene Männer rumlaufen, denen ich lieber aus dem Weg gehe. So verbringe ich auch die weiteren Tage in Penang mit „durch die Gegend irren“, sodass ich an einem Tag - ziemlich weit von Chinatown entfernt - zu faul bin alles zurück zu laufen. 
Das Geld für den Bus oder ein Taxi kann man sich dann am besten sparen, wenn man etwas hilflos auf einen Polizisten zugeht und ihn nach dem Weg fragt…Schwups sitz ich auf dem Polizei-Motorrad und werd umsonst nach Hause gebracht :) 
Nächster Punkt auf meiner „Muss-ich-unbedingt-während-meiner-Reise-machen-Liste“ erledigt… :)

In jedem Land versuch ich natürlich auch deren „Nationalgerichte“ zu probieren – in Malaysia ist es Chendul. Ein Mix aus grünen Reisnudeln, roten Bohnen, einer braunen Soße und ner Menge Eis. Hier gilt es als Lieblingsdessert, denn anders als erwartet ist es wirklich ziemlich süß und recht lecker, man darf es einfach nicht so genau anschauen… Sonst bekommt man Essenstechnisch alles geboten – von Indisch, Chinesisch und auch alle Fastfood-Ketten sind hier vertreten!

Mich zieht es nach ein paar Tagen Eingewöhnung nun per Nachtbus weiter nach Kuala Lumpur – kurz überall nur KL. Und man kann es kaum glauben, mein Sitz/Schlafplatz für diese Nacht war größer und komfortabler als im Hostel in Penang…wären nur die Quietschgeräusche nicht gewesen :(
 So erreiche ich nach gerademal 2 Stunden Halbschlaf um 5:30Uhr morgens total übermüdet die Busstation in KL, wo ich direkt von einem arabisch aussehnenden Mann empfangen und zu einem Hostel gebracht werde. Gott sei Dank ist auch für diese Nacht noch ein Bett frei, sodass ich mich nochmal für einige Stunden in den Schlafsaal lege. Bei Tageslicht dann die Überraschung – ich teile mir ein Zimmer mit 8 weiteren Leuten – nur Männer :) Die morgens umso verdutzter schauen, als plötzlich ein Mädel mit im Zimmer liegt!

Die Hektik der Stadt lass ich irgendwie auch an mir vorbei gehen…ich war seit Beginn meiner Reise noch nie so unproduktiv wie gerade. Ok, ein bisschen hab ich mir die Stadt natürlich schon angeschaut. Besuch im Planetarium und endlich mal wieder wie 12 fühlen, Einkaufspassagen und Märkte nach Schnäppchen abklappern ohne wirklichen Erfolg und natürlich ein Besuch der bekannten Petronas Twin Towers bei Nacht. 

Ansonsten gechillt in einer Shisha-Bar sitzen,  kostenloses Internet überall nutzen, Fernseh schauen, sinnlos durch die Straßen laufen und essen, essen, essen. Ich hatte also keinen großen Drang weiter zu reisen, doch heute geb ich mir einen Ruck -schließlich geht in 3 Tagen mein Flieger nach Austrlalien und davor will ich  noch was erleben! Doch Kuala Lumpur ist eine Reise wert – mir gefällt es hier wesentlich besser als in Bangkok…

So nun ist meine Packung Toast leer und den Bus will ich ja auch nicht verpassen! :)

Montag, 5. November 2012

Koh Lipe - Bye Thailand

Nun ist es soweit, nach 29 Tagen verlasse ich Thailand mit einem lachendem und einem weinenden Auge. Und es sind mal wieder die Einheimischen, die mir meine Reise durch Thailand so unvergesslich gemacht haben!


Nachdem meine letzte Woche in Trang ja nicht so besonders gestartet ist, konnte es ja nur noch besser werden :) Mit einem riesen Fruchtshake, für gerade mal 0,50€ ging es in einem Minibus nach Pakbara, wo ich mal wieder durch viel Glück eine nette Sitznachbarin aus London hatte. Auch ihr Ziel war Koh Lipe, da ihr Papa vor einigen Jahren dort in einer Bar gearbeitet hatte. Also nichts wie ab auf die Fähre und um sich dort dann kostengünstig ein Bungalow zu teilen :) Doch irgendwie hatten wir zwei unterschiedliche Fähren erwischt sodass wir uns im Café Lipe später treffen wollten. 
Aber es war mal wieder Thai-Time angesagt…ihr Boot kam sage und schreibe 5 Stunden später an als meins :) sodass ich die Zeit im Café irgendwie überbrücken musste und zwar mit der Hilfe von Shara. Einem Kanadier, der keiner mehr sein wollte und sich so als irgendwas zwischen Halbinder und asiatischer Seefahrer ausgab. Diese Mischung kann man auch noch steigern, indem man innerhalb kürzester Zeit ne Menge Chang-Bier verschlingt und so ziemlich betrunken alle möglichen, vorbeilaufenden Mädels mit weniger geistreichen Kommentaren aufhält :) Sehr netter Nachmittag sag ich euch…

Am Abend wurde dann Halloween gefeiert. Zusammen mit meiner neuen Zimmer Kollegin Hannah ging‘s in die Box Bar, doch da irgendwie keine „Geister“ erschienen – die Freicocktails erhalten hätten - leerten wir am späteren Abend die Spezialmischung von Mang und Ann :) Noch nicht mal wirklich einen Tag auf der Insel und schon gibt’s Freigetränke die ganze Nacht…Lipe wird mir immer sympathischer! Auch der darauffolgende Abend wurde mit Hannah trinkreich verbracht, nur habe ich mich dieses Mal zurück gehalten, da ich am nächsten Morgen tauchen gehen wollte mit Tos… Diese Selbstdisziplin kann man jedoch von einer jugendlichen Reisegruppe aus Kanada nicht erwarten, sodass durch mehrere Trinkspiele und Gegröle die komplette OMG-Bar unterhalten wurde! 


Doch nun endlich zum schönsten Ende meiner Thailandreise – ich habe Tos getroffen. Einer der liebsten und hilfsbereitesten Menschen die ich je kennen gelernt hab. Nicht nur das ich 3 wahnsinnig schöne Tauchgänge mit ihm und seinem Team unternehmen durfte, nein auch umsonst wohnen und essen ließ er mich auf der Insel. Das alles wurde dann noch mit seinem Humor und ein bisschen „Magic“ übertroffen :) Im Gegenzug brachte ich meine kreativen, organisatorischen und häuslichen Fähigkeiten in seinem neuen Dive-Shop mit ein. Kissen nähen, Papierkram sortieren, Kaffee-Theke einrichten, abwaschen,… 

Endlich mal wieder nützlich und 3 Tage produktiv sein :) Aber keine Sorge, ich vermisse die Arbeit noch nicht, denn hier ist das Arbeitstempo und vor allem der Arbeitsplatz um einiges angenehmer – lange weiße Strände, 29°C warmes, türkisblaues Meer vor der Tür und dann noch liebe Kollegen, die mich gar nicht mehr gehen lassen wollen. So wurden aus geplanten 2 Übernachtungen 5!

Ich genieße es einfach unter Einheimischen zu verweilen. Doch nicht mit all ihren Angewohnheiten komme ich zurecht – vor allem die Toilette. Wehe man wirft Papier rein….oder andere größere Dinge, dann kann es schnell mal zu einer Belustigung der kompletten Belegschaft kommen. Naja, was soll‘s, nun kennt mich  wenigstens jeder vom Castaway Resort :) Was wiederum zu neuen Einladungen geführt hat…nächtliches Krabbenessen, Waschmaschinennutzung umsonst (auch wenn danach meine Kleidung jetzt einen Pinkstich hat) und dann noch Pangs Geburtstag.
 
Schweren Herzens nahm ich also heute Morgen Abschied von liebgewonnenen Freunden. Es geht wieder zurück aufs Festland, die letzten Bath werden im Eiltempo auf den Kopf gehauen…nichts bleibt mehr übrig :) Selbst ein Mittagessen ist nicht mehr im Budget, doch ein netter Kenianer lädt mich ein letztes Mal auf ein Pad-Thai ein. 

So, und nun sitze ich hier und warte darauf meinen nächsten Stempel in meinen Reisepass zu bekommen – MALAYSIA… 
 
Mit dem Minibus geht es direkt nach Penang (Georgetown). Auch wenn mein neues Hostelzimmer nur die Größe von einem Schuhkarton hat, so wurde ich sofort vom Besitzer freundlich empfangen und anschließend umsonst mit seinem Motorroller durch die Stadt gefahren…Doch so ein Reisetag macht ziemlich müde, also versuche ich mich jetzt mal in meine Schlafnische zu quetschen – Beine ausstrecken wird wohl nicht klappen...Egal, solang ich keine tierischen Mitbewohner hab!

Für euch noch ein kleines Rätsel von Tos zum Schluss :)
5 I + 5 U < 4 I + (2(4U))

Dienstag, 30. Oktober 2012

Railay Beach

Die letzten Tage vergingen unglaublich schnell und zudem ist so viel passiert, dass ich das gar nicht alles in einen Bericht schreiben kann…deshalb kommt nun eine Kurzfassung :)


Nachdem wir unsere Toastbrotdiebe versorgt hatten, erkundeten Alex und ich Railay Beach. Es wird oft als Insel bezeichnet, da hier weder Autos noch Motorräder rumfahren und man wirklich nur per Boot den Strand erreicht. Doch das macht es irgendwie besonders…man trifft eine Menge Backpacker und vor allem Sportbegeisterte Leute, denn der Küstenabschnitt ist bekannt als Kletterparadies. 

Für uns sollte es jedoch erst einmal „einfach“ losgehen, also wurde kurzerhand ein Kajak für 2 Stunden gemietet. Mit viel zu großen Schwimmwesten und ohne jeglichen Plan wohin wir paddeln wollten, steuerten wir erst einmal einen Felsen an, der wie ein sitzendes Kamel im Wasser liegt. Da das jedoch ziemlich fix ging, sollte das nächste Ziel ein weit entfernter Strand sein…naja mit zunehmender Zeit und schwindender Armkraft machten wir einfach mitten auf dem offenen Meer einen Badestopp – ist ja auch netter, so hat man das Meer für sich allein – auch wenn der Einstieg ins Kajak nicht der einfachste ist :) Nach gefühlten 3h im Wasser rumtreiben und dabei den Sonnenuntergang beobachten zog von weitem ein Gewitter auf und so schnell konnte man gar nicht schauen, ruderten unsere geschwächten Arme von ganz allein zurück zum Strand! Der Abend wurde dann mit Essen, Cocktails und einem Thai-Boxkampf beendet. 
                     
Die Kajaktour sollte jedoch nicht unsere einzige sportliche Aktivität bleiben. Also buchten wir am gleichen Abend, bei einem etwas „bekifften“ Klettershop-Besitzer, eine Tour für den nächsten Tag. Nachdem Zeiten in Thailand keine wirkliche Rolle spielen, sollten wir zwischen 9:30 und 10:30 am Treffpunkt erscheinen, wo uns letztendlich unser Guide Michael aus Australien empfing. Auch die 3 Münchner Sarah, Nelly und Tilo, die wir schon in der Tauchschule in Koh Tao getroffen haben, sind mit an Board- tja so schnell trifft man sich wieder! Fix noch passende Kletterschuhe finden und los ging‘s zum „Deep Water Solo“ – eine Klettertour ohne Seile und Sicherung! 

Zuerst tuckerten wir mit einem kleinen Schlauchboot und 5 weiteren Freiwilligen zu unserem Segelboot für diesen Tag, das uns nach knapp 40min Fahrt zu unserem Kletterfelsen brachte. Das Besondere am Deep Water Solo…man klettert an einer Wand nach oben und lässt sich danach aus 10-15m Höhe einfach ins offene Meer fallen :)  Klingt atemberaubend und das ist es auch. Anfangs kämpft man noch mit seiner eigenen Angst, aber von Sprung zu Sprung macht es immer mehr Laune und man traut sich später so einiges zu. An diesem Tag hab ich also meinen ersten „Backflip“ (Rückwärtssalto) von einer Klippe gemacht…warum auch nicht? :)
Zur Stärkung ging es zum Mittag dann an einen einsamen Strand der auch kleine Höhlen zu bieten hatte. Klebriger Reis mit Zwiebeln und einem Stück Hühnchen machte jeden von uns satt, sodass wir zur nächsten Steilküste mit dem Segelboot fuhren. Vom kleineren Boot an die Hängeleiter, hoch an den Felsen und wenige Minuten später wieder ab ins kühle Nass – Wahnsinn!!! Doch die Kräfte lassen mit der Zeit auch nach - vor allem spüre ich noch meine Ruderarme vom Tag davor :) 
Aber der Ausflug war noch nicht beendet! Mit Schnorchel und Flossen tauchten wir ab in die Unterwasserwelt…aber schaut euch einfach die Bilder an, die sagen mehr als tausend Worte! Nach all den Anstrengungen konnten wir uns bei einem Bierchen den Sonnenuntergang auf dem Segelboot anschauen und schipperten erst gegen 7Uhr zurück Richtung Strand. Die Erlebnisse des Tages mussten natürlich auch beredet und Bilder ausgetauscht werden, sodass sich alle in der Bamboo-Bar wiederfanden :) Die 527 Bilder und 38 Videos habe ich zwar bis heute noch nicht angeschaut, aber irgendwann find ich bestimmt mal die Zeit! 

Am nächsten Tag wollte ich mich eigentlich ausruhen, doch nachdem Micheal gemeint hatte, dass man auf Railay unbedingt die Lagune und den Phra Nang Beach sehen müsste, machte ich mich mit meinem Rucksack am Sonntag auf den Weg. Dieses Mal allein und ohne Plan wo das überhaupt sein sollte, begann ich meinen Fußmarsch natürlich an der falschen Seite.  Zuerst waren da noch Wege, die sich aber nach und nach in Gestrüpp und steile Felswände änderten. So kam es an einer matschigen Stelle und durch die „Hilfe“ eines seltsamen Schwedens auch zu einem Sturz, der mein rechtes Handgelenk für den Rest des Tages außer Gefecht setzte :( also kehrte ich um und suchte den richtigen Weg zur Lagune. Irgendwann war es soweit und ich stand am richtigen Wegweiser, nur folgte ich irgendwie wieder zuerst der falschen Richtung und bin so einmal rund um den Felsen marschiert – durch Wasser gewatet, kleine Höhlen gerobbt und an feinen Sandstränden fast eingesunken. Auch hier musste ich letztendlich umkehren, da mit der Zeit der Wasserspiegel wieder stieg und der Rückweg immer beschwerlicher wurde. Am Ausgangspunkt angekommen, war es endlich da….das Schild mit dem Hinweis „Lagoon“ und „View Point“ – toll! :)
Doch hier ging es nun los…steile, rutschige Felsen bergauf- ab und an mal ein Seil. Oben angekommen begegneten mir zufällig wieder meine Münchner Truppe mit zwei anderen Deutschen Philip und Dennis. Sie warnten mich schon, dass ich den Rest der Strecke wohl nicht allein machen sollte – zu gefährlich…doch sie wussten ja nicht was ich an diesem Tag schon hinter mir hatte :) Kinderspiel dachte ich und machte mich weiter auf den Weg zum besagten View Point. Hier schlossen sich dann zwei Ungarn mir an, die aber nach 10min wieder umkehrten – zu gefährlich und vor allem nicht das richtige Schuhwerk… Doch ich hörte Stimmen, also musste den Hang runter irgendwo die Lagune sein. Nach einigen Zurufen stellte ich fest, dass unten meine Bungalownachbarn aus Frankreich warten. Also blieb mir nichts anderes übrig als weiter „abzusteigen“. Die Überraschung kam für uns alle jedoch 30min und mehr als 50m tiefer…keine Lagune – wir hatten uns verlaufen. Das einzige was in dieser Felsschlucht war, waren riesige Pflanzen, die alles wie Jurasik Park wirken ließen… Aber was wollten wir machen, der ganze Weg musste wieder zurückgelegt werden! Danach ging es aber wirklich zur Lagune, wobei der Weg dahin nicht viel besser war – nur etwas mehr Schlamm, sodass ich nun auch noch eine Platzwunde am Knie mein Eigen nennen konnte. Mehr als geschafft, wollte ich mich nach nun mehr als 3h wandern/klettern/Leben riskieren  mich am „schönsten“ Strand Thailands entspannen, doch die vielen Touristen machten es irgendwie nicht möglich. Also ging ich mit kompletter Kleidung einmal fix ins Wasser um mich vom Dreck zu befreien. Nächster Fehler…untergetaucht und so war nun auch noch mein Ohr blockiert! Ich war für diesen Tag bedient… Aber was soll’s man ist ja nur einmal in Railay und in der Zeit die man da ist sollte man auch mal ausgiebig feiern :) 

Hier kommt nun also das nächste Highlight der Tage – die Party in der Lastbar. Anfangs noch sehr ruhig ein paar Wodka Redbull getrunken und erneut einen Thai-Boxkampf gesehen. Einfach unglaublich wie sich die Kontrahenten aus 2m Entfernung mit dem Fuß und voller Wucht ins Genick springen…naja wer‘s mag! :) Danach entspannt der Feuershow zugeschaut und dann ging’s los…Partymusik vom Feinsten und immer mehr Ladyboys drängelten sich auf die Tanzfläche. Ständig bekam man kleine Eimer mit Cocktails vor die Nase gehalten und konnte so sehr günstig den ganzen Abend mittrinken. Auch den Rapanganda-Style können wir nun perfekt tanzen. Wie der Abend endete? Also ich bin erschöpft gegen 6Uhr in mein Bett gefallen, nachdem Sarah und ich erst noch den ein oder anderen ins Bett tragen mussten… Der Rest des Abends bleibt in den Erinnerungen der „Teilnehmer“ und natürlich auf dem einen oder anderen Foto :) 

Mit einem kleinen Hangover lässt es sich bekanntlich nicht so gut reisen also wurde ein Relaxtag eingelegt, bei dem Sarah und ich wieder Dennis und Philip begegnet sind, die uns spontan auf ein Abendessen einluden – Danke Jungs :) Abschließend noch ein leckerer Pancake und mit wirklich schönen Erinnerungen verließ ich nun heute Morgen mit einem Longtailboot den Strand und bin nun mit dem Bus in Trang gelandet. Eine durchaus hässliche Stadt, die eigentlich nur dazu dient weiter nach Malaysia zu kommen. Entweder per Boot über Koh Lipe oder mit dem Bus auf dem Landweg. Welchen Weg ich wähle entscheide ich morgen. Jetzt ruh ich mich erst einmal im schlimmsten Hostelzimmer meiner ganzen Reise aus, bei dem sogar der Nachttopf unterm Bett im Preis mit inbegriffen ist :)

Freitag, 26. Oktober 2012

Khao Lak- Krabi - Railay



Heute ist es wieder soweit…ich lege einen „Bürotag“ ein, um auf alle Mails und Kommentare zu antworten und um natürlich den nächsten Bericht zu schreiben :) 

Die letzten Tage vergingen wie im Flug! Nachdem ich eine erstaunlicherweise gute Nacht auf dem Nachtboot nach Chumporn überstanden hatte, ging es für ca. 6 Stunden in einem klimatisierten Bus nach Khao Lak. Nicht nur eine Mahlzeit war im Preis enthalten, nein, auch den neusten Thai-Acition-Film konnte ich anschauen…nur hab ich leider nichts verstanden und hab lieber etwas geschlafen.

Warum ich nach Khao Lak wollte ist schnell erklärt :) Vor einigen Tagen erhielt ich eine Nachricht, dass meine Nachbarn aus Ummerstadt Urlaub in Thailand machen…nicht langüberlegt änderte ich meine Route und so ging es anstatt direkt nach Krabi erst nach Khao Lak – ein kleines Touristengebiet nördlich von Phuket. Jedoch hatte ich mal wieder nichts geplant. So ließ mich der Busfahrer mitten im Ort raus und da stand ich nun – ohne Unterkunft bei strömendem Regen! Doch Leute anquatschen ist mittlerweile eine meiner leichtesten Übungen :) So kam ich mit Axel ins Gespräch – ein Franzose, der auch gerade von Koh Tao kam und nun hier als Tauchlehrer mit seiner Freundin arbeiten möchte. Sie und noch ein Spanier sind auch auf der Suche nach einer Unterkunft und da wir alle Geld sparen wollten, teilten wir uns 2 Doppelzimmer in einem sehr schönen Guesthouse.

Nachdem ich nach einigen Mails nun auch Kontakt zum Resort meiner Nachbarn herstellen konnte, war die Wiedersehensfreude einen Tag später umso größer! Endlich mal wieder Heimatgespräche und ein kleines „Westpaket“ meiner Mama :) Nun bin ich versorgt mit Schokolade und anderen Kleinigkeiten, sogar die diesjährige Kirmeszeitung konnte ich lesen… DANKE!

Zwar wollte ich nur einen Tag in Khao Lak verbringen, doch da ich ja keine genauen Pläne hab, entschied ich mich kurzerhand 3 Nächte ein Bett mit dem Spanier zu teilen - nicht was ihr wieder denkt…ich bin und bleib brav! :) Doch warum Stress machen um neue Leute zu finden, wenn man hier für die Unterkunft wenig bezahlt und zudem noch mit guten Bekannten ein paar Tage verbringen kann! 

So ging es am Mittwoch zu einem Wasserfall „ganz in der Nähe“. Kurvige enge Straßen, bergauf, bergab, über Stock und Stein um am Ende von einem 5 stöckigem Wasserfall belohnt zu werden. Eine kleine Badeerfrischung konnten sich Ralf und ich natürlich auch nicht entgehen lassen, doch später bemerkten wir unsere neuen Freunde – nette kleine festsitzende Blutegel :( Auch das Abtrocknen konnten wir uns sparen, denn auf dem Rückweg entleerten sich die Wolken ein weiteres Mal. Doch nicht etwa für 20min – über 4h regnete es Bindfäden! Darum hieß es nach ca. 20km Fußmarsch an dem Tag, zurück in das luxuriöse Hotel von Ulrike + Ralf um bei Kaffee und Kuchen alles trocknen zu lassen! Doch was wäre ein „Wiedersehen“ ohne ordentlich darauf anzustoßen? Nach diversen Bierverkostungen und Happy-Hour-Cocktail-Runden trennten sich jedoch unsere Wege am Mittwochabend wieder, da am Donnerstag früh mein Bus nach Krabi fahren sollte…

Die Busfahrpläne sind jedoch hier nicht allzu genau – es heißt 3 Uhr, der Bus kann aber bis zu 3 Stunden später kommen. Und so ähnlich war es dann auch nach ca. 1,5h warten hielt zwar ein Bus, allerdings nicht mit der Nummer die ich brauchte – die 444! Aber das Problem mit der 444 kenn ich ja noch von der Arbeit – wenn man da mal jemanden erreichen wollte hieß es auch nur „Momentan sind alle Leitungen besetzt, bitte schreiben sie eine Mail an hilfe@haba.de“ :) So blieb mir nichts anderes übrig als einfach in die 436 zu steigen, da auch der Busfahrer meinte „Krabi, yes yes“. Nur stellte ich 3min später fest, dass der Bus nach Phuket ging – Mist. Nach ca. 1h ließ mich dann der Fahrer ohne bezahlt zu haben an einem verlassenen Ort raus und meinte, dass hier der Anschlussbus wartet… Und ja – ich hab es gefunden und konnte gegen 7Uhr dann endlich das Ortsschild von Krabi erkennen. 

Krabi ist irgendwie nur ein Zwischenstopp für viele Reisende, denn außer ner Menge Hostels und einem Nachtmarkt gibt es nur Anlegestellen für Boote die die Touris auf alle möglichen Inseln befördern.

Das war auch mein Ziel – mit einem Longtailboot am nächsten Morgen nach Railay Beach zu kommen – ein Backpacker-Kletter-Paradies! Nur der Weg zum Boot gestaltete sich etwas schwieriger, denn da das Meer sehr flach an diesem Tag war, mussten wir 100m ins Meer laufen um dann einzusteigen…voller Schlamm und patschnass hab ich es aber geschafft – ist gar nicht so leicht mit mehr als 20kg Gepäck. Doch wiedermal entschädigte der Blick auf die schönen Strände und Felsformationen alles…Railay Beach (der Weststrand) ist wirklich traumhaft! Alex aus Frankfurt war auch wieder mit „an Bord“. Er kam direkt von Koh Tao nach Krabi und so ist es nun ganz praktisch mit jemand Bekanntem ein Bungalow zu teilen :) 

Im hintersten Eck fanden wir eine günstige Unterkunft die irgendwie nur von „Ladyboys“ geführt wird – aber solange sie an ihrer Rezeption bleiben ist uns alles recht :) Nun nennen wir für 4 Nächte eine kleine schnucklige Hütte unser Eigenheim… die „Last-Bar“ mit Feuershow am Abend und leckeres Essen machen den Aufenthalt hier echt einmalig! Doch ein was haben sie hier im Paradies vergessen – das Internet :) Wenn man ganz viel Glück hat, dann funktioniert es mal für 5 Minuten – länger auf keinen Fall, aber vielleicht ist es genau das, um mal komplett abzuschalten! 

Bevor ich es vergesse…Räuber gibt es hier leider auch! Nur sind die ziemlich flink und ca. 40cm groß :) Ohne zu überlegen genossen wir unser Frühstück heute Morgen auf der Terrasse – nach kurzer Zeit war jedoch unser Toastbrot in den Händen kleiner Äffchen, die ganz fix die Packung von unserem Tisch klauten – eigene Dummheit :) So saßen kurze Zeit später über 20 Affen in unserem Vorgarten die nun auch unseren Mülleimer genauestens inspizierten! Mal sehen was die nächsten Tage hier noch so passiert…