Sonntag, 12. Mai 2013

Machu Picchu Jungle Trail – Cusco

Die Möglichkeit endlich mal wieder Internet zu besitzen nutze ich natürlich gern um euch von den letzten Tagen von Peru zu berichten.
Nach meiner holprigen Ankunft von Arequipa erwartete mich mitten in den Anden die schöne Stadt Cusco. Um 7 Uhr morgens wurde erst einmal fix ein Hostel gesucht um den Schlafmangel der letzten Tage etwas auszugleichen.
Doch um nicht nur rum zu gammeln wurde der Rest des Tages mit einem Reisebüro-Marathon und Sightseeing verbracht. Cusco zieht viele Reisende aufgrund des naheliegenden Machu Picchus an.
Auch ich wollte mir dieses "Weltwunder" nicht entgehen lassen und buchte letztendlich die Abenteuer-Tour in die Inka-Welt.

Also 4 Tage mit kleinem Gepäck durch den Jungle...Mountainbiken, Raften, Wandern, Baden - und vor allem Spaß haben.

Mit einer kleinen Gruppe von 11 Personen und unserem Guide Antony ging es mit einem Minibus zur ersten Etappe. Ca. 2 Stunden von Cusco entfernt hielten wir an und änderten unsere Fortbewegungsmittel. Nun ging es 4h bergab mit einem Mountainbike. Auch wenn die Straßen zu 80% geteert waren, war es der Gegenverkehr, einige Bäche und die engen Kurven, die die Abfahrt erlebnisreich gestalteten. Mit kilometerweiter Sicht konnten wir schon von fernem das erste Ziel erahnen – Santa Maria.

Nach ausreichender Stärkung bezogen wir auch sogleich unser erstes Domizil, eine kleine familiäre Behausung in der es einen Schlafsaal für Jungs, einen für Mädels gab…ich fühlte mich also zurück versetzt in Schullandheim-Zeiten. (Außer dass es da nie Mosquitos gab)
Am späten Nachmittag ging das Aktion-Programm weiter. Für diejenigen, die noch nicht genug Sport hatten, gab es die Möglichkeit sich mit einem Schlauchboot den reißenden Fluss runter zu stürzen. Das ließ ich mir natürlich nicht entgehen, also ab zum Rafting mit fast nur Männern an Board. Die weiblichen Führungsqualitäten wurden somit auch bewiesen, da ich mich als „Steuermann“ gar nicht so dumm anstellte.

Eineinhalb Stunden war jedoch auch der Spaß vorbei und patschnass ging‘s zurück zur Unterkunft.   
Nun kurz zur Vorstellung unserer Jungle-Trail-Truppe, die das ganze Erlebnis unvergesslich gemacht hat. Da waren es 3 Israelis, die uns allabendlich mit Gitarre und Gesang unterhalten haben. 2 Argentinierinnen die die spanische Seite abdeckten, ein Holländer mit seinem besten kanadischen Kumpel, die für die Pausenbespaßung und Partystimmung zuständig waren und dann noch 4 Deutsche…ja die trifft man überall :) Mia und Anna vom Norden, Johannes und ich vom Süden (Mitte).
Mit dieser Mischung an jungen Leuten wurde uns nie langweilig und sogar andere Gruppen denen wir ständig auf dem Weg begegnet sind, konnten ihre neidischen Blicke nicht zurück halten.
Doch auch eine kurze Nacht ist einmal zu Ende und so begann der 2. Tag bereits um 6Uhr morgens… 12h wandern waren angesagt. Und es sollte der Beste Tag der Tour werden. Nicht nur, dass wir uns auch auf dem Inka-Trail bewegten, nein, all die Informationen zwischendurch über das Leben der Leute in den Bergen, den Kakao, Kaffee und Coca-Anbau faszinierten ebenso wie die Natur mit ihrer Tiervielfalt. Antony zeigte uns dann auch an einer ziemlich steilen Stelle ein Ritual der Inka, welches Glück für den weiteren (Lebens-)Weg bringen sollte.

Besonderes Highlight war die Überquerung des Flusses mit einem kleinen Cablecar. Das wurde auch nicht mit einem Motor betrieben sondern mit purer Manneskraft. In mehr als 800m (geschätzt) Höhe zog uns ein schmächtiger Peruaner an die andere Seite. Nun war der Großteil der Tageswanderung geschafft und die Belohnung in greifbarer Nähe. Denn kurz vor Santa Theresa gibt es Hotpools, in denen man es ewig aushalten könnte!
Nach all den Anstrengungen durfte eine ausgiebige Party am Abend nicht fehlen. Alle Gruppen kommen an diesem Tag zusammen und  schnell wurden erste Pärchen in den dunklen Ecken der kleinen Dorfdisco gesichtet. Was doch so ein gemeinsames Ziel und ein bisschen Alkohol bewirken können ;)

Mit leichtem Kater und schweren Beinen wurde sich am 3. Tag natürlich auch nicht ausgeruht. Ganz im Gegenteil ich entschied mich entgegen das Ziplining (wo man ja eh nur an einem Seil nach unterfährt) und wählte erneut 6 Stunden laufen über Stock und Stein, vorbei an Wasserfällen und entlang schier endlosen Bahngleisen.
Ein riesen Pluspunkt der Tour war das Essen, alle Speisen waren inklusive und so wurden wir mit traditionellen Gerichten frühs, mittags und abends versorgt. Wie haben wir uns schon immer ewig auf die Pausen gefreut, in denen wir nach dem Essen die Hängematten in Beschlag nehmen konnten.
 Finales Ziel am 3.Tag hieß Aquas Calientes – der Ort am Fuße des Machu Picchu. Nun war es also nicht mehr weit, nur noch einmal schlafen und dann haben wir es geschafft. Doch so einfach es klingt war es dann doch nicht.

Um 4Uhr klingelte der Wecker. Schließlich wollte man Punkt 6 Uhr die Pforten betreten. Also 1,5h bergauf…steil bergauf…Stufen…viele Stufen…und das im Dunkeln, wo ich noch nicht einmal Frühstück hatte. Mehr als Durchgeschwitzt und erschöpft haben wir es pünktlich geschafft und konnten als eine der ersten ein „leeres“ Machu Picchu bewundern.

Der erste Eindruck? …..Stille….es fehlen einem die Worte, da der Ort einen sofort in den Bann zieht. Er hat definitiv etwas Magisches die vor allem durch die vielen Erklärungen und Veranschaulichungen unseres Guides Tony verstärkt wurden.   Er erklärte uns so auch die 3 Symbole Perus. Der Condor, der für den Himmel also das Übermenschliche steht, der Puma, für die Lebenden und dann noch die Schlage als Symbol der Toten. Auch konnte man so einige Weisheiten der Inkas entdecken, denn auch sie wussten sich zu helfen und hatten ihren eigenen Kalender und Kompass.

Nach knappen 2 Stunden machten wir uns dann selbst auf Erkundungstour…entlang der Ruinen, vorbei an Lamas und natürlich durchgequetscht vorbei an all den Touris…ja auch so ein schöner Ort kann durch zu viele  Menschen zerstört werden. Natürlich war von diesen Tourigruppen keiner schweißnass, nein, diese netten Damen und Herren mit ihren Kameras um den Hals wurden selbstverständlich mit dem Bus ans Tor gefahren…man kann es auch einfach haben :)
Ein Detail will ich jedoch auch nicht auslassen…ja, es stimmt wir wurden beinahe vom Machu Picchu geschmissen. Das Ritual der Sprungbilder hat alles ins Rollen gebracht, denn das Springen und feste Auftreten ist dort nicht erlaubt…es könnten sich Steine bewegen und so alles zerstören. (Was ist aber dann bitte mit den vielen Bussen und den Übergewichtigen?)


Unsere Kameras wurden also konfisziert und wir sollten das komplette Bildmaterial löschen. Mit etwas Ablenkung und Trick 17 wurde einfach die Speicherkarte entfernt und dem Offiziellen vorgespielt, dass man alles gelöscht habe :) Tja…schließlich will ich die wunderbaren Bilder behalten :)
 Das Ende der Tour wurde dann noch einmal im Zug und Bus verbracht, sodass wir heil in der Nacht zurück in Cusco ankamen. Zwar gab es da auch nochmal etwas Verständigungsprobleme unter all den Reiseanbietern aber man gewöhnt sich irgendwann an die Arbeitsweise und „Zeit“ der Peruaner.

Johannes hat netterweise auch schon seinen Bericht verfasst, also wer noch mehr wissen will kann einfach mal auf seinem Blog vorbei schauen… www. derjojoaufreisen.blogspot.com
Alles in allem war der Jungle Trail aber eine der besten Touren, die ich seit langem mitgemacht habe.
So hatte ich mit Cusco einen wunderbaren letzten Abschnitt meiner Perudurchquerung. Es hat es definitiv aufgewertet.

Der kurze Stopp in Puno, kurz vor der bolivianischen Grenze ist dagegen keiner Rede wert und deshalb geht’s im nächsten Abschnitt dann schon mit Bolivien weiter…

Donnerstag, 2. Mai 2013

Trujillo – Lima – Arequipa

Hier nun die erste Zwischenbilanz meiner Peru-Durchquerung.

Und sie fällt ernüchternd aus… alle scheinen momentan von Peru zu schwärmen und dorthin reisen zu wollen, dort ich kann sagen einmal und nicht unbedingt wieder. Der große Part „Machu Picchu“ ändert mein Bild dann hoffentlich etwas. Doch ich bin auch nicht die einzige, eine Australierin sucht irgendwie auch noch vergebens nach dem „schönen“ Peru. Sie hatte zudem aber auch noch die Höhenkrankheit erwischt und tagelang nur über der Kloschüssel und im Bett verbracht. Die Höhe der Anden darf man echt nicht unterschätzen! 

Nach der stundenlangen Fahrt durch die Wüste im Norden verlies ich mich etwas auf meine Reisebegleitung Amanda, die sich schon um einen Schlafplatz in Trujillo gekümmert hatte. Doch hier kam auch schon der erste Punkt…zwar spricht sie Spanisch, anscheinend jedoch nicht verständlich genug für die Peruaner, sodass wir nach der Busfahrt mit einem Taxi ins Nirgendwo gebracht wurden. Hier sollten wir den Couchsurfer Julio treffen, der laut Amanda ein junger charmanter Surferboy ist, der in der schönen Gegend Huanchaco wohnt…also direkt am Strand. Von alle dem stimmte der Ort und das er Surfbretter in der Wohnung hat. Realität war ein schon im gesetzteren Alters, etwas zerstreuter Mann, dessen Wohnung seit längerem keinen Putzeinsatz gesehen hat und in dem es weder einen brauchbaren, sauberen Topf noch fließendes Wasser gab. Achja, warum auch einen Topf, wenn das Gas leer ist…man kann also nicht mal Reis kochen. 


Huanchaco hingegen war jedoch sehr nett…eine langgezogene Bucht mit vielen Surfern die sich ins eiskalte Wasser stürzten und dann noch die aneinander gereihten, traditionellen Boote der Peruaner – caballitos de mar. In diesem Ort kann man es bestimmt noch ein bisschen länger aushalten, aber mein Zeitplan ist eng und irgendwie muss ich ja auch Amanda loswerden :) 

Das gelingt am besten in Lima, der Hauptstadt Perus. Nur mussten wir noch eine gemeinsame Busfahrt zusammen erleben…und wer kann es sich schon denken? Mal wieder gerät man mit dem Mädel in Situationen, in die man sich sonst nie begeben würde. Heilfroh war ich, als ich dann für die 12Stunden Fahrt eine Sitzreihe für mich hatte und so meinen Fluchtplan schmieden konnte. 

Meine Rettung war David, ein Couchsurfer aus Lima, der mich direkt an der Busstation abgeholt hat und mit zu sich nahm. Dort gab es dann für 3 Tage Kultur und Geschichte pur. David ist leidenschaftlicher Poet, Philosoph, Schubert/Bach/Mozart-Hörer und verlässt sonst eher selten die eigenen vier Wände. Da kommt dann eine quirlige Weltreisende gerade recht ;) Endlich mal jemand der ihm zuhört und versucht mit seinem Halbwissen über deutsches Gedicht-und Liedgut mit ihm zu folgen. Für mich hatte es den Vorteil, dass ich die schönsten Plätze von Lima mit einem Peruaner auf typische Weise erleben konnte. So zeigte er mir die Stadtteile Miraflores, Barraco, Downtown, Chorrillos, Pueblo Libre, Jesus Maria, San Isidro und ließ mich auch kulinarisch nicht ohne eine Kompletteinweisung weiterziehen. Mein Favorit ist auf jeden Fall Ceviche, Fisch in Limettensoße (um es ganz knapp zu beschreiben…aber kalt, also wie Sushi). Ansonsten wurde Lomo Saltado, Chicha Morada, Arrozcon Mariscos, Tamales und Tuna (Kaktusfrucht) probiert. 
Was es aber irgendwie zu allem gibt ist REIS! Ich glaub ich hab meinen Jahresbedarf schon längst gedeckt...aber da weiß man wenigstens was man bekommt und wie man es bestellt :)

Nach all dem Essen haben wir die Kalorien bei Sightseeing-Touren wieder abgelaufen. Am besten hat mir eindeutig der Wasserpark gefallen. Besonders schön ist der "El Circuito Mágico del Augua" bei Nacht und so hat es uns genau zu dieser Zeit dort hinverschlagen. 
Mit verschiedenen Effekten beeindruckt der Park hunderte von Leuten und vor allem sieht man kleine Prinzessinnen in opulenten Kleidern, die (wie mir David erklärte) ganz traditionell ihreren 15. Geburtstag feiern, denn dann zählt man in Peru als vollwertige Frau. Gut nur, dass all diese Mädels die gleichen Fotos haben auf denen sie ziemlich gekünstelt in die Kamera lächeln...

So gut mir auch Lima gefallen hat, musste ich mich mal wieder verabschieden und bin mit einem Nachtbus für 16Stunden nach Arequipa gereist. Purer Luxus nenn ich das für gerade mal 20 €. Eigene "Busbegleiterinnen", Abendessen und Frühstück, Film (leider auf Spanisch) und sitze auf denen man sehr bequem schlafen kann. 
Doch die Freude hielt nicht lang an...kaum (als Letzte) aus dem Bus ausgestiegen wollte ich nach dem Weg in die Innenstadt fragen und bemerke doch das meine schöne Softshell-Jacke noch im Bus liegt. Also zurück gehetzt und wie soll es anders sein...sie verstehen gerade jetzt kein Englisch. Netter Weise half mir dann die Dame vom Infoschalter. Langes Warten, trauriges Schauen und mehrmaliges Bitten doch noch einmal im Bus nachzuschauen halfen nichts - nada...das war die Antwort die ich mehrfach hörte. Von meiner Kurzzeit-Dolmetscherin hab ich dann nur erfahren, dass wenn etwas in Peru gefunden wird, wird es auch direkt behalten.
Naja...das war dann somit meine "Gute Tat" auf meiner Weltreise und ich hoffe eine kleine Peruanerin ist nun glücklich und trägt meine Jacke mit Würde :)

Ehrlich gesagt hatte ich dann auch schon genug von Arequipa und hab mich gegen die Colca Canyon Tour entschieden. Schließlich ist es ja auch nur ein Canyon und ich hab ja schon den Grand Canyon besucht. Also mal wieder Planänderung und besser mehr Zeit für den Machu Picchu gelassen...das gesparte Geld muss ich eh in eine neue Jacke investieren, denn langsam wird es hier ziemlich kalt.
Arequipa an sich war ganz ok...eine Klosterstadt voller Kirchen und Kolonialbauten. In einem habe ich auch eine Nacht verbracht...leider war es umgebaut zu einem "Partyhostel". Also rund um die Uhr Trinkspiele, Gegröhle und Sexgeräusche aus den Duschräumen...
Gut nur, dass Champions League live übertragen wurde. :)

Der akute Schlafmangel macht sich nun so langsam sichtbar und auch die Nachtfahrt nach Cusco machte es nicht besser, genau 35min kam ich zur Ruhe, dann wurde ich von einem Polizisten mitten in der Nacht aus dem Schlaf geweckt - Passkontrolle! 
 

Mittwoch, 24. April 2013

Grenzübergang Ecuador – Peru



Da ich gestern ganz fix meinen Eintrag über Ecuador beenden musste , gibt es heute noch einen kurzen Zusatz… Ich hoffe natürlich ihr seid noch nicht gelangweilt :)

Nach einer fast 12 stündigen Busfahrt befinde ich mich nun schon in Peru, welches mich erschreckender Weise ziemlich sehr an Indien erinnert. Aber das Bild ändert sich hoffentlich bald, wenn ich mehr Richtung Süden fahre. Bisher kenne ich nur Chiclayo und die Wüstenlandschaft im Norden. Sand, noch mehr Sand, Dreck und Müll – mein erster Eindruck des Landes. Dazu kommen dann noch die Rikschas/Tuktuks die mir ein typisches Bild von Indien geben, nur ist es nicht ganz so mit Menschen überfüllt. Erschreckend dazu kommen nur noch die Kampfflugzeuge, die gerade über uns kreisen! Nichts wie weg und mit dem nächsten Bus nach Trujillo...wo es leider auch noch nicht wirklich besser wirkt :(

Die Einreise ins Land war dafür umso angenehmer. Kurzer Stopp an der Grenze, ein großer Raum, 2 Schalter und einmal einen Ausreisestempel von der netten Dame aus Ecuador, dann 3 Schritte nach rechts und einen Stempel vom leicht verunsicherten Peruaner. Mittlerweile kenn ich nun auch  schon die Schwierigkeit meines Namens und helfe gern weiter….es ist Oestreicher, nicht Destreicher – wie viele fälschlicherweise aus meinem Reisepass lesen.

Auch die Fahrt war angenehmer als gedacht, da man die Sitze fast in die waagerechte rücke konnte…alles für nur 18$. Doch mir war heiß, irgendwie hatte ich wohl die letzten Tage was Falsches gegessen und mein Körper streikt nun etwas. Was soll’s da muss ich nun einfach durch.

An sich hat mir Ecuador jedoch sehr gut gefallen. Überraschenderweise kam mir das Land weniger arm vor als erwartet. Die Menschen sind freundlich und helfen einem gern weiter – wenn man denn die Sprache versteht! :) Für Nicht-Spanisch-Sprecher würde ich das Land also nur begrenzt empfehlen, da man auch mit gutem Englisch fast kaum vorankommt. Vor allem bleiben mir nun die kleinen Frauen in bunten Gewändern im Gedächtnis, mit ihren 2 langen gepflochtenen Zöpfen, die entweder ihre Kinder oder Ware auf dem Rücken rumschleppen. Doch neben den Leuten hat das zweitkleinste Land Südamerikas auch eine erstaunliche Natur zu bieten. Von riesigen Vulkanen, dem Urwald nah am Amazonas, historische Städte bis hin zu traumhaften Stränden und Galapagos (die beiden letzteren musste ich aus Zeitmangel leider auslassen, aber man hört alle nur schwärmen).


Natürlich verlasse ich das Land auch nicht ohne mal wieder gute Freunde gefunden zu haben. Aus der USA-Roadtrip-Freundin Andre wurde eine „Freundin für’s Leben“ :), dazu gesellt sich Ana aus Kolumbien, die mich jetzt schon „Schwester“ nennt und ich sie hoffentlich auch irgendwo/irgendwann einmal wieder treffe und dann noch die überragende Gastfreundlichkeit von Cristian und seinen WG-Kameraden! Danke euch…ich hatte einen super Start in euren Kontinent! 

Mal sehen wie es nun also weitergeht, denn momentan gestaltet sich die Reise mit Amanda (Chile) ziemlich schwierig. 
Wir liegen leider so gar nicht auf einer Ebene, was sie aber denk ich noch nicht geschnallt hat :/ Egal, ohne sie als Dolmetscher hab ich es schwer und so beiß ich eben in den sauren Apfel…

Cotopaxi - Riobamba - Chamba - Cuenca

... Fortsetzung meiner Ecuador-Erkundung!

Es sollte früh losgehen, doch wir führten unsere Gewohnheit spät zu Starten von unserem 1. Roadtrip fort. Mit ihrem Geländewagen schlängeln wir uns durch den stressigen Stadtverkehr bis wir nach knapp 2 Stunden den National Park Cotopaxi erreichen. Rund um den riesigen aktiven Vulkan wurde ein Naturreservat errichtet, wodurch man einen ganzen Tag fahren könnte. Wir wollen aber einfach nur den Cotopaxi sehen, der sich vorerst noch hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Also fahren wir hoch, sehr hoch, bis ca. 4700m wo es erstaunlicherweise immer noch Pflanzen und Tierwelt gibt. Doch der Schnee ist auch nicht mehr weit und die Temperaturen sinken drastisch. Nach ein paar Fotos und einer kurzen Essenspause mit choclo con queso (Mais mit Käse) ging es entlang der Autobahn direkt nach Riobamba. Doch auch auf dem Weg dorthin kann man so einiges erleben. Kühe die am Rand das Gras kurzfressen, Baustellen mit waghalsigen Bauarbeitern, mehrere Regenbögen und dann noch das laute mitkreischen von Liedern, die man eigentlich gar nicht kennt! :)

In Riobamba angekommen hat es erst Mal eine Weile gedauert um unseren Schlafplatz zu finden – der Couchsurfer Patrizio lud uns zum alljährlichen Festival ein. Pato wohnt eigentlich in Quito, doch sein Zuhause ist in diesem Ort, sodass wir anstatt auf seiner Couch in einem Zimmer in seinem Elternhaus landen. Um die Mutter nicht ganz zu verschrecken, wird schnell noch eine „Ach-wir-sind-schon-ewig-Freunde-Geschichte“ erfunden und die Komplettverpflegung am Festwochenende kann beginnen :)

Am nächsten Morgen war es soweit, die große Parade durch die Stadt für mehr als 5 Stunden. Durch unsere lässige Art hatten wir einmal wieder einen späten Start und ein weiterer Zeitkiller war das Durchkommen zu unseren reservierten Stühlen.  Doch alle Mühen waren es wert, da wir von einer Dachterrasse einen super Blick auf alle Schaubilder hatten. Voller Farben, mit verschiedenen traditionellen Gewändern und ner Menge Musik verging die Zeit wie im Flug…vielleicht lag es aber auch an dem Hopfenblütentee der gereicht wurde :)
Eines muss ich jedoch feststellen. Guten Geschmack weisen die Ecuadorianer bei der Wahl ihrer Miss „Riobamba“, Miss „Kaffee“, Miss „Irgendwas“ nicht wirklich auf…

Von dort aus ging es weiter zu einem Markt um typisch zu Essen. Eine Art Spanferkel mit Bohnen, Mais, Salat und scharfer Soße dazu trinken wir einen Saft mit speziellem Eis. Eis vom Chimborazo, der Vulkan der nebenan liegt. Es gibt wohl nur noch einen Mann, der täglich mit seinem Esel auf den Berg geht um das gefrorene Wasser zu holen.  Gut das ich eine andere Deutsche getroffen hab, die total ausgerastet ist, als sie ihn gesehen hat. Er war wohl erst vor kurzem im deutschen Fernsehn, bei Galileo. Naja…ich hab die Berühmtheit nun auch getroffen – Wahnsinn :) (Aber um ehrlich zu sein, der Saft war nicht die Wucht!)

Nach einem kleinen aber feinen Mittagsschlaf kam auch schon der nächste Höhepunkt des Tages.  Wir haben noch Karten für den Stierkampf am Abend bekommen. Eigentlich hab ich mir da drüber noch nie wirklich Gedanken gemacht, wie es so abläuft oder was genau passiert. Andre warnte mich schon etwas vor und ihre Beschreibung sollte sich bewahrheiten – leider.
Auf mehr als schreckliche Weise werden die Bullen erst gequält bis ihr Blut nur so auf ihrem Körper strömt, dann werden sie weiter durch die Arena gejagt bis sie am Ende einen letzten Stich bekommen und blutspuckend umfallen. Das geschieht natürlich nicht nur einmal sondern an dem Tag gleich siebenmal…was finden die Leute nur tolles daran? Männer in pinken Strumpfhosen, die eine Tischdecke durch die Luft wirbeln um am Ende, wenn sie Glück haben, 2 Ohren eines 430kg schweren Stieres nach Hause tragen?!? Vor allem erstaunte es mich, dass vorwiegend die Frauen kreischen, wenn der Matador sein Tuch schwingt. Eine sehr absurde Abendbeschäftigung, die es wert war einmal zu sehen um zu verstehen, was hinter den Toren abgeht – öfter muss ich es aber nicht haben!
Viel schöner war es danach, mit Patos Mutti essen zu gehen. In einem texanischen Restaurant gab es Steaks die nicht wirklich auf den Teller passten, dazu Bohnen und Mais. Lecker…!
Da Andre und ich auch schon etwas müde waren, entschlossen wir uns gegen eine Partynacht mit Patos Freunden und verbrachten den Abend mit seinen Neffen und „Hoppe, hoppe Reiter“ :) Wie schnell man doch selbst wieder zum Kind wird!

Nur noch ein Tag bleibt mir nun mit Andre, dann muss ich sie wieder einmal verabschieden und meinen Weg allein fortsetzen! Die Zeit nutzen wir und fahren nach Chamba, einem kleinen Ort nach Riobamba in dem es angeblich Thermalquellen geben soll. Dort haben wir sie zwar nicht gefunden, aber 15km weiter und auch diese waren eher weniger einladend. So entschieden wir uns noch einmal gut zu Essen, bis sie mich schließlich an den Bus nach Cuenca brachte. Danke Andre für die wunderbare Zeit!!! Wir sehen uns in Deutschland bei meiner Feier…


Letzter Stopp in Ecuador wird für mich nun also Cuenca sein. Nach 7stündiger Busfahrt kam ich mehr als übermüdet im „Athens Ecuadors“ (Cuenca) an. Und ja, diese Aussage kann ich nur bestätigen. Mit seinen sehr historischen Gebäuden, vielen Kathedralen und umringt von Bergen und Naturparks hat die Stadt einen besonderen Charme. Besonders bekannt ist der Ort für sein Handwerk und alte Ruinen. Die letzten 2 Tage schlängelte ich mich hier durch die engen Gassen und hab nun auch wieder eine neue Reisepartnerin gefunden mit der ich die nächste Zeit durch Südamerika toure. Amanda aus Chile kann nicht nur hervorragend Spanisch (was für ein Wunder), nein, sie kennt auch die Angewohnheiten eines Backpackers genau, da sie seit fast 5 Monaten nun schon durch diesen Kontinent reist.

Heute haben wir dem National Park Cajas noch einen Besuch abgestattet und konnten so auch ein kleines uriges Dorf sehen. Doch einmal im Monat soll man sich ja was gönnen, also sitzen wir nun in einem kleinen französischen Cafe, trinken ein Bierchen und Essen Nachos – das haben wir uns nach dem Tagesmarsch auch redlich verdient!Auf dem Heimweg konnten wir auch noch sehen wie man fachmännisch Meerschweinchen grillt - tolle Sache :)

So schnell vergeht knapp eine Woche in Ecuador. Gleich geht es ab mit dem Nachtbus über die Grenze nach Peru…ein neuer Stempel in meinem Pass :)

PS.: Nun häufen sich schon die Fragen ob ich nicht langsam meine Heimat vermisse und zurück will…die Antwort ist – Na klar! Ich freue mich zwar immer noch um die Welt zu Reisen und viel Neues zu sehen aber ich merke schon, dass Reisen auch ziemlich anstrengt und ich mich langsam wieder auf mein eigenes Bett und meine Familie und Freunde freue. Ich hoffe natürlich ihr vermisst mich auch etwas :)