Sonntag, 17. März 2013

Roadtrip - Westcoast

L.A. – Grand Canyon – Las Vegas – Death Valley – Sequoia NP – Yosemite NP – Jamestown – San Francisco

Mit Südamerika, Asien und Europa, einem gemieteten Auto und dem Song „Fast Car“ (Tracy Chapman) die Highlights der Westküste in 8 Tagen sehr unterhaltsam erlebt.
..das wäre die Kurzzusammenfassung meiner letzten Woche und des nun folgenden Eintrags!

Freitagnachmittag mit 2h Verspätung ging die Reise in Long Beach los. Darf ich vorstellen…Andre – Ecuador, Fahrerin und Anstifterin des Roadtrips; Jaja (gesprochen Tschatscha) – Philippinen, hintere Reihe links und unsere manchmal sprachlose „nakakapagpabagabag“-Lehrerin; Tine – Deutschland, hinten rechte Seite und immer für einen Lachanfall bereit; zu guter Letzt meine Wenigkeit…Beifahrer, Fahrer und zuständig für Springbilder :)

Tag 1: viel zu spät gestartet und auch eigentlich ohne Plan - volle Straßen, Regen, Dunkelheit…doch wir wollten so nah wie möglich zum Grand Canyon National Park kommen. Letzter großer Ort war Needles, also günstiges Motel gesucht, immer 2 teilen sich ein Bett und das Hungergefühl wird schnell noch an einem Fastfood Restaurant gestillt. Der erste Tag ist wie im Nu vorbei und wir alle fallen ziemlich erschöpft nach einer Folge „The Walking Dead“ ins Bett.

Tag 2: Bei Sonnenaufgang geht es los – naja fast, denn dazu sind wir alle irgendwie zu langsam. Unser Ziel bis Mittag im Grand Canyon National Park zu sein wird dann auch noch vom Wetter um geworfen – Schnee, viel Schnee! Darauf war natürlich keiner so richtig eingestellt und auch die Wintersturmwarnung im Radio haben wir gekonnt ignoriert. Also stellt euch nun einfach mal vor, wie 4 junge Mädels aus einem riesen Auto sommerlich bekleidet aussteigen. Keine 5 Minuten und jeder von uns hatte das Zwiebel-Klamotten-Prinzip so gut wies ging angewendet. War ich froh das ich meine dicken Wanderschuhe dabei hab :)
Der Ausblick auf den Canyon entschädigte allerdings jede erfrorene Fußzehe der Mädels. Man denk die Bilder die man immer sieht sind bearbeitet und es entspricht nicht der Realität, aber genau das ist es was man sieht…eine tiefe Schlucht mit den bekannten roten Felsformationen. Der Schnee der dann noch wie Puderzucker über den Spitzen lag machte das Ganze noch Einmaliger! Leider verhinderte das Wetter einen Abstieg in den Grand Canyon – zu gefährlich. Doch auch so kann man einen ganzen Tag im Park verbringen, diverse Aussichtspunkte, ein Informationscenter, kleine Läden und Tagesabschluss noch ein spektakulärer Sonnenuntergang.
Ein Bettchen wurde am Abend in Kingman gefunden und mir macht mein Ausschlag nun so etwas zu schaffen…

Tag 3: Ein früher Start war auch heute nicht möglich…irgendwie sind wir ein bisschen eine Bummel-Truppe – die aber ne Menge Spaß hat! Es folgte wieder eine lange Autofahrt über endlos lange Straßen vorbei an einsamen Häusern, Joshuatrees bis hin zum Hoover Damm an dem wir Arizona verlassen und Nevada betreten. Ein riesiger Staudamm mit noch mehr Touristen. Also drehen wir nur eine kurze Autorunde und verschwinden in den Bundesstaat der Casinos. Und auch diese Vermutung bewahrheitet sich schon nach wenigen Metern. „Spielstuben“ weit und breit, außerdem wird die Gegend trockener und öder.
Dann ist es endlich soweit…LAS VEGAS! Und auch hier haben wir so unsere Vorstellungen. Ständig sehen wir Schilder und Zeichen die uns an bekannte Filme erinnern…am meisten kommt „Hangover“ ins Gedächtnis. Und was wäre Vegas wenn man nicht seine eigene kleine Story hat. Wir machen es also Hangover gleich nur drehen wir die Geschichte um und starten in der Notaufnahme. Nach nur 1,5h konnte ich diese jedoch schon wieder verlassen, endlich mit entsprechenden Medikamenten für meinen Ausschlag und alles auch nur für knapp 500$. Schnäppchen nenn ich das! :)
Der einzige Nachteil wenn man vormittags schon im Krankenhaus startet, das man abends nichts trinken darf…Frau Antibiotika verbietet es…Also war auch die Fahr-Frage geklärt. Ich spiele Chauffeur für meine 3 Mädels und einen Freund von Andre – Evan, ein echter Amerikaner der nie ohne Waffe aus dem Haus geht.
Den Dodge im Bellagio geparkt geht es zu Fuß durch alle möglichen Casinos die eigentlich immer zu Hotels gehören. Das gute dabei ist, man zahlt weder fürs Parken noch für die Getränke…einfach nur ein bisschen an den Maschinen sitzen und schon wird man bedient. Und siehe da…ich habe Glück (zumindest mehr als die anderen). Mit mehr als 100% Gewinn verabschiede ich mich vom Treasure Island und ziehe weiter zum Flamingo, Cesars Palace, Venetia und vielen vielen anderen. Auch der Alkohol macht sich bei der ein oder anderen bemerkbar also nichts wie zurück ins Motel, das sein eigenes kleines Standesamt hat. Nur leider konnten wir keinen Mann für auch nur eine von uns finden… :(

Den weißen Tiger haben wir übrigens bei Siegfried und Roy gelassen und anstatt Mike Tyson hat bei uns nur Celine Dion gesungen…was soll’s – Las Vegas war die Reise wert!

Tag 4: Hier hatten wir also unser Tier von Las Vegas – einen Kater. Irgendwie hatten wir den Wecker überhört und somit erst um kurz vor 11 Uhr die Gardinen des Zimmer geöffnet…den halben Tag verschlafen. Nun musste es schnell gehen, schließlich war der nächste Etappenpunkt Death Valley.
Dieser National Park ist mein kleiner Favorit. Mit einem atemberaubenden Ausblick vom Dantes Point geht es über Serpentinen weiter zum Artist Drive mit dem berühmten Artist Palette. Durch die verschiedenen Mineralen in den Felsen schimmern einige grün, andere rot und die Sonne gibt ihren gelbgoldenen Glanz dazu.
Die trockene Luft, drückende Wärme und mein besonderer Medikamenten-Mix schaffen mich nun ganz schön, sodass ich einen Teil des Heimwegs verschlafe…bis ein Esel vor uns auf der Straße steht, mitten in der Nacht! :)
Nach langer Suche finden wir dann aber endlich eine Unterkunft – Lone Pine, ein verschlafenes kleines Cowboystädtchen mit keinem offenen Restaurant abends um 9Uhr…nur einem Subway!



Tag 5: Wir werden besser, heute ging es um 9Uhr mit dem Auto Richtung Sequoia National Park. Hier gibt es die bekannten Mammutbäume. Bis man jedoch dort erst einmal ankommt muss man fahren, lange fahren. Bin ich froh das wir Automatik und einen Tempomat besitzen :) um vor lange nicht einzuschlafen hilft es Lieder total laut und falsch mitzusingen oder zu essen. Essen ist das Stichwort…wir essen zu viel. Ständig Süßigkeiten, ein Stopp beim In&Out Burger und die Frage „Wann machen wir wo Mittag?“ Die einzige die heute nicht daran interessiert ist, ist Jaja. Serpentinen, Hitze und vielleicht die nicht mehr allzu guten Pancakes vom Vortag begünstigen Magenentleerungen und so betrachtet sie die „Redwoods“ schlafend vom Auto.
Andre, Tine und ich sind jedoch umso mehr begeistert von den „Riesen“, vor allem wie sie sich anfassen...fast wie Schaumstoff. Wiedermal ist alles in Schnee gebettet, wir wechseln also täglich von Sommer zu Winter und nach einem weiteren schönen Sonnenuntergang erreichen wir erschöpft Fresno.



Tag 6: Yosemite National Park…der wohl bekannteste der USA. Heute hatten wir mal einen ganzen Tag da wir es tatsächlich geschafft haben um 8Uhr loszufahren. Und die Zeit braucht man um alle Naturspektakel vom Yosemite zu geniesen – Mammutbäume, Wasserfälle, Felsformationen und sogar einen kleinen Ort der noch sehr von den Indianern geprägt ist. Die frische Luft und der Geruch nach Holz lässt uns fast die Zeit vergessen :)
Das Nachmittagsprogramm wurde mit „Jamestown“ gefüllt. Eine kleine Goldgräberstadt mit dem nahe liegenden Railtown, das für viele Western Filme als Drehort diente. Ein gelungener Tagesabschluss mit einer Reise in die Vergangenheit…


Tag 7: Das letzte Stückchen ist bald geschafft…von Oakdale geht es nach San Francisco. Und was liegt da zufällig auf dem Weg? Facebook…irgendwie sind die aber nicht sehr besucherfreundlich, sodass wir uns mit dem Banner vorm Gebäude zufrieden geben müssen.
Punkt 12Uhr hatten wir unsere Endstation erreicht – San Francisco. Da Jaja seit fast einem Jahr hier wohnt hatten wir mit ihr die perfekte Reiseführerin, wenn auch manchmal etwas ohne Plan. Also hoch auf den Berg am North Beach, dann zur Lombard Street, den „Painted Ladies“, welches an die Serie „Full House“ erinnert, weiterentlang des Hafens, in die Haight Straße (Hippie Viertel), nach Castro (Schwulenviertel) und am Ende ins Mission Viertel, wo Jaja wohnt und wir nur unweit davon einen Schlafplatz bei einer guten Freundin meines Nachbarns finden – bei Katherine und Toshio. Das Haus ist wunderschön bunt, jeder Raum eine andere Farbe…so wie die ganze Stadt! Alles erstrahlt in verschiedenen Farben und mit dem leichten besonderen Flair hat San Francisco so einige Vorteile gegenüber manch anderen Orten.
Auch sind wir Mädels froh nun nicht mehr hinterm Steuer zu sitzen sondern genießen die familiäre Umgebung und können endlich mal wieder waschen!!! :)

Tag 8: Letzter Tag mit meiner Roadtrip-Gang :) Nun fehlen noch Golden Gate Bridge, Alcatraz und die Cable Cars…und ja, das alles schaffen wir an nur einem Tag. Dazu noch den Golden Gate Park, Sausalito, Pier 39 und ein gelungenes Abschiedsessen um die Tour mit Lach- und Sachgeschichten Revue passieren zu lassen.  Danke Mädels…es war so wie ich es mir vorgestellt hab…vielleicht bisschen besser :)
Mit der Fahrt über die Golden Gate Bridge und 100 Fotos haben wir glaub ich das bekannteste Wahrzeichen der Stadt gesehen. Aber letztendlich ist es auch nur eine Brücke, die uns wieder in die Innenstadt bringt…in den verrückten Verkehr, da die Straßen ständig auf und ab gehen. Anfahren am Berg will da gekonnt sein! Nach einigen Umwegen kamen wir dann am Hafen an. Seelöwen beobachten und die Sonne geniesen. Nächster Stopp – Gefängnis! Der Besuch des bekannten Gefängnisses auf Alcatraz war auf jeden Fall sein Geld wert. Mit einem Boot geht es vom Fishermans Warf zur Insel auf der man sehr authentisch empfangen wird. Auch die Audiotour ist keineswegs langweilig sondern lässt einen ab und an zusammenzucken, wenn man die Stimmen von Al Capone und den anderen Insassen hört. 

Doch auch diese Tour geht einmal zu Ende. So hab ich heute mal wieder einen Bürotag eingelegt. Die Mädels sind alle auf ihren Weg nach Hause und ich schreibe fleißig für euch meinen Blog und sortier meine Krankenunterlagen...Gott sei Dank ist das auch vorbei! 
 

Aber wie ihr bemerkt habt, haben wir viel erlebt und viel zu viele Bilder gemacht…mehr als 2500 :) deshalb gibt’s es dieses Mal auch etwas mehr Fotos!

In wenigen Stunden geht mein Flieger an die Ostküste…NEW YORK ich komme!!!



Samstag, 9. März 2013

Los Angeles Teil 2

Bevor ich nun meinen Roadtrip antrete melde ich mich noch einmal kurz aus Los Angeles zurück.

Es galt die Zeit zwischen San Diego und Las Vegas etwas spaßig zu gestalten – was mit auch äußerst gut gelungen ist. Grundstein war die große kuschlige Couch, denn erneut kam ich bei der schon bekannten „Männer-WG“ von Ben, John und Cory unter. Dann ging es an die Tagesplanung. Was hab ich von Los Angeles noch nicht gesehen? Mhmm…Downtown! Gut das ich auch noch eine Freikarte für das Grammy Museum hatte, so war der erste Programmpunkt geplant. Da natürlich niemand (außer ich) in der Woche frei hat, erkundete ich das 3stöckige Museum auf eigene Faust. Und ja…schön war’s, ne Menge Musik, Geschichten über Stars und ne riesige Jukebox die von mir für längere Zeit in Anspruch genommen wurde. Musik fasziniert doch ich brauchte wieder Tageslicht… Also erkundete ich den Rest des Tages Downtown mit Tine, einer Alleinreisenden aus Berlin. Von der kürzesten Eisenbahn der Welt, zur drittgrößten Kathedrale, weiter zum Grand Central Market um Burrito zu essen und später noch in einem Hotel Aufzug hoch und runter zufahren…das besondere? Es sind gläserne Aufzüge die außen am Hotel hochführen, ein Blick von oben auf die Stadt sozusagen umsonst!

Auch der Abend sollte nicht auf dem Sofa verbracht werden, so nahm mich Ben mit nach Hollywood zu einem Impro-Theater. Versteckt hinter einer kleinen Bar, für 5$ Eintritt konnte man „Möchte-Gern-Comidians“ anschauen, wie sie sich mit zugerufenen Wörtern abquälen lustig zu sein. Sehr lustig und auch diese Sache meiner USA-Checkliste ist abgehakt :)


Weiter ging’s…was hatte ich noch nicht gesehen…Beverly Hills! Und ich konnte keine bessere Stadtführerin finden als Merje. Da sie schon seit einiger Zeit in der Gegend wohnt, wusste sie genau was ich noch sehen sollte. Also auf zum Beverly Hills Zeichen, einmal über den Rodeo Drive schlendern, einen Abstecher zum LACMA-Museum um einige Kunstwerke + Riesensteine von außen zu bewundern und siehe da – auch ein Stück der Berliner Mauer ist zu finden! :) Grönender Abschluss war der Besuch einer bekannten Fastfoodkette der Westküste „IN & OUT Burger“. Das besondere an dem Laden ist „The Hidden Menu“ (die versteckte Speisekarte). Jeder spricht darüber und so manch einer kennt wieder neue Dinge die man bestellen kann, nur nirgendwo ist es wirklich aufgelistet (außer Wikipedia!). So kann man Pommes „Animal Style“ haben, einen 4 x 4 Burger oder einen Burger einfach ohne Brötchen dafür Fleisch eingebettet in Salat. Schon sehr lustig der Laden…aber leider nicht sehr vorteilhaft für meine Hüften und den Vorsatz gesünder zu leben!

Und da wären wir schon beim Stichwort – GESUND! Das trifft auf mich momentan nicht ganz zu… So musste ich vor ein paar Tagen ein amerikanisches Krankenhaus von innen betrachten :( Doch keine Angst mir geht es gut – nur leider hat meine Haut einen seltsamen Ausschlag und kein Arzt weiß so richtig was es sein könnte. Mein Tasche ist nun 125$ leichter…im Tausch hab ich 2 kleine Pröbchen einer Creme bekommen – das nenn ich mal Abzocke! :)
Nun hoffe ich auf Besserung oder eine eindeutigere Meinung eines Arztes in Las Vegas…mal sehen wie viel die Verlangen! :)

Doch meine Reise lass ich mir dadurch nicht vermiesen, also musste noch eine Sache in L.A. gemacht werden. Einmal in einem riesen Stadion ein Sportereignis anschauen. Da kam das Basketballspiel der L.A. Clippers gegen die Milwakee Bucks gerade recht – für 4$ (+ 3$ Servicegebühr) die Karten gekauft und mit Ellen und Ben ab ins Staples Centre.

Noch ein bisschen Billigfusel reingeschmuggelt, an der Theke eine „Alibi-Cola“ gekauft mit ner Riesenportion salzigem Popcorn und ab auf die oberste Tribüne. Wahnsinnsstimmung! Ein Erlebnis für sich! Muss man mal erlebt haben! Ok…sollte euch ein Gefühl vermitteln wie es war – sehr gut! :)
Und vor allem die Pausenunterhaltung – von kleinen Kindern die die ganze Halle bespaßen, bis halbnackten Chearleadern, dann Leute, die durch ein paar Freiwürfe 20.000$ gewinnen können und dann noch die Kuss-Kamera…und die ist wirklich so wie man es aus den Hollywood-Movies kennt. Die Kamera schwingt einfach mal auf irgendwelche Leute, die sich küssen (sollten), doch leider erwischt der Kameramann nicht immer Päarchen sodass sie Situation manchmal recht lustig verläuft :)
Gott sei Dank gewinnt die Heimmannschaft…die Halle tobt und unsere kleine Truppe konnte rechtzeitig die „Erfrischungsgetränke“ leeren. Gutes Timing!

Doch auch meine schöne Zeit in Los Angeles hat einmal ein Ende. So einfach ohne ein Dankeschön konnte ich mich natürlich nicht aus dem Staub machen…also gab es für meine „Kurzzeitmitbewohner“ ein typisch deutsches Abendessen. Schnitzel mit Salzkartoffeln und Rotkraut, dazu Colaweizen! Und siehe da, es schmeckt den Amerikanern… Bisher nur von Fertigprodukten und der Fastfoodkette nebenan ernährt genossen sie sichtlich das selbstgemachte Gemüse und die „etwas andere“ Zubereitung von Fleisch. Sichtlich erstaunt auch, was ihre Küche zu alles bietet - Licht über dem Herd :)….
Danke Jungs – es war eine schöne Zeit bei euch!!!

Sonntag, 3. März 2013

USA - Los Angeles und San Diego

So ziemlich genau eine Woche bewege ich mich nun auf amerikanischem Boden.

Letzten Sonntag bin ich abends in den Flieger in Fidschi gestiegen und siehe da, ich konnte den Sonntag noch einmal in Los Angeles erleben…eine kleine Zeitreise sozusagen :) Das hatte ich bisher auch noch nicht in meinem Leben. Bin ich jetzt also einen Tag älter als ich eigentlich bin? :)

Egal…ein großes Event stand in L.A. an – die Oscars und ich mitten im Getümmel. Doch komischerweise gab es gar keinen Trubel in der Innenstadt, sodass ich meinen Weg zu meiner ersten Unterkunft stressfrei und fast allein im Bus verbracht habe. Nach fast 6 Jahren habe ich meine Freundin Merje wieder getroffen mit der ich damals einige Zeit in London verbracht habe…ein Platz neben ihrem Bett war schnell gefunden und so konnte ich meinen Geldbeutel etwas schonen. Das Rundumsorglos-Paket beinhaltete noch ein Abendessen, Reinigung meiner Wäsche und die Live-Übertragung des besagten Filmpreises. 

Um mich die nächsten Tage startklar für die Staaten zu machen, traf ich mich mit meiner „Hai-Tauchbekanntschaft“ Drew, der durch Zufall nicht nur im selben Flieger nach Los Angeles saß, sondern auch noch den Sitz neben mir einnahm. Er hatte noch eine Woche Urlaub in Kalifornien bevor es für ihn auch wieder nach Hause – Atlanta – ging. Nach stundenlangen Preisvergleichen bin ich zuerst Besitzer einer Ami-Handynummer geworden und gemeinsam haben wir dann die Stadt unsicher gemacht.  Da ich auch nicht länger auf dem Boden in einem Einzimmerapartment schlafen wollte, nahm mich Drew mit zu seiner Unterkunft. Einer Jungs-WG, von denen er eigentlich auch niemanden gekannt hat – Freunde von Freunden…ein sehr nettes Volk die Amerikaner. Nehmen einen nach dem anderen auf obwohl sie einen gar nicht kennen. Danke für eure Gastfreundlichkeit!!! 

Eine Sehenswürdigkeit nach der anderen wurde abgearbeitet: Hollywood Boulevard mit dem Walk of Fame: leider hatten auch tausende andere Touristen diese Idee :) ; Santa Monica: ein sehr schöner Stadtteil mit Strand und einem Steg auf dem ein Rummel ist, Venice Beach: abgefahrene Gegend, überall riecht es nach Gras, jeder treibt Sport ob am Muscle Beach auf dem Basketballfeld oder rennend am Strand; Griffith Observatory: atemberaubender Blick über die ganze Stadt und das Hollywood-Zeichen.

Natürlich wurde auch ab und an mal ein kulinarischer Stopp eingelegt. So gab es traditionell Frühstück in einer Burgerbude bei der man die Musik aus der Jukebox bestimmen kann, Mittag einmal am Venice Beach in einem Erdinger Biergarten mit Schnitzel und Colaweizen, das Abendessen als indisches Takeaway welches meinen neuen amerikanischen Freund Drew etwas zum Schwitzen gebracht hat, dabei war es doch noch das mildeste Gericht: Samosas +Dal and Rice with Naan. 
Überragend war jedoch der kleine Sandwichladen um die Ecke „Farmers Market“. Ein umgebautes Haus in der man auf einem Zettel ankreuzt, was man denn gern alles auf seinem Sandwich haben möchte. Nachdem die 5 Polizisten vor mir in der Reihe mit Essen versorgt waren, wurde nun mein Name aufgerufen und ich konnte meinen Magen endlich mal mit etwas Gesundem und Leckerem versorgen :) Diese Plätze findet man natürlich nicht einfach so…unseren persönlichen Guide spielte Ben, einer der WG-Bewohner der in L.A. seine Schaupielkarriere startet.  

Auch das Nachleben in „der Stadt der Engel“ konnte ich nicht unberührt lassen. Alles begann mit einem Konzert von Emily Kinney – einer Freundin von Drew. Doch Emily ist nicht irgendwer…sie ist eine der Hauptdarstellerinnen einer bekannten amerikanischen TV-Serie: „The walking dead“. Mir sagte das natürlich erstmal nichts…Drew hatte mich schon etwas darauf vorbereitet, denn er auch er arbeitet für die Sendung…jedoch hinter der Kamera. So waren also bei dieser kleinen Show mehr Fans der Serie, als die der Musik. Auch weitere Darsteller ließen sich im Publikum blicken, die direkt nach dem letzten Ton des letzten Liedes mit Autogramm- und Fotoanfragen überrannt wurden. Drew war das sichtlich unangenehm und so war es ihm ganz recht, dass ich keinen Plan von den Leuten hatte und wir somit uns wie ganz normale Menschen mit „Hershel“-dem Farmer und „Beth“-seiner Serientochter über meine Reise unterhielten. Es folgte eine weitere Band „The Gallery“, die nun etwas rockiger die Menschenmassen begeisterte  und auch wenn es Mittwoch war, wollten wir um 11Uhr noch nicht nach Hause. Weiter also in eine „Sportsbar“ in der man für $3 ein Bier mit 10% Alkoholgehalt bekommt, an einen Billardtisch und dort sein Bestes gegeben. Der Alkohol wirkt und so werden die ein oder anderen Videoaufzeichnungen der Nacht auch nie an die Öffentlichkeit gelangen :)

Nach all dem Hollywood-Feeling musste ich nach einigen Tagen nun endlich mal raus…weiter durch das riesige Land. Mit Judith, einer deutschen Alleinreisenden habe ich eine günstige Mitfahrtgelegenheit nach San Diego gefunden. 

Wiedermal schlafen wir umsonst bei einer Couchsurferin, die uns am Abend der Ankunft mit Essen versorgt, nachdem wir ca. 1h sämtliche militärischen Supermärkte nach dem günstigsten Parmesan abgesucht haben. Lori  hatte zudem noch so manche Geschichte ihres Lebens zu berichten (und auch Schreikrampfbewältigung aufgrund des Verlustes einiger Handyfunktionen) sodass auch diese Nacht nicht allzu langweilig wurde. Um nicht noch mehr im Wege dieser netten Frau zu stehen, machten sich Judith und ich auf den Weg nach Downtown mit dem Ziel eine Bahn an die mexikanische Grenze zu erwischen. San Diego liegt nämlich nur 20Meilen von dieser entfernt. Da auch in sämtlichen Reiseführern der einfache Fußweg über die Landesgrenze beschrieben wird, war unser Tagesplan klar…ein mexikanischer Stempel im Pass solls sein! 

 
Gesagt, getan. Wenige Meter gelaufen und schon waren wir in Mexiko – Tijuiana. Judiths Spanischkenntnisse hielten uns dann Gott sei Dank alle Händler vom Halse und wir konnten in Ruhe ein paar Erinnerungsfotos knipsen. Das wär dann auch geschafft, also zurück zum Übergang und….ANSTEHEN! Eine kilometerlange (mehrere Kilometer) Schlange…alle wollen wieder in die USA – wir auch! Doch so einfach ist das nicht. Dann werden wir von einer Frau abgefangen die uns damit lockt, mit einem Bus schneller wieder zurück zu kommen. Also ab in den Minibus mit einigen anderen Touris + Mexikanern und einige Leute überholt. Doch dann…Stillstand. Wir bewegen uns keinen Zentimeter. Warten in der größten Hitze und dann steigen auch noch zwei Jungs zu die anscheinend gerade aus einem Casino gestolpert sind. Einer der beiden hat die Wärme im Auto nicht vertragen und schwups wurde der Mageninhalt über den Sitz entleert. Toller Geruch…der die Wartezeit nicht erträglicher macht :(

Insgesamt 4 Stunden drehen wir Däumchen bis wir rauskommen, ab in die Eingangshalle um am Grenzbeamten unseren Pass vorzuzeigen. Er schmunzelt, fragt was wir denn in Mexiko wollen und winkt uns durch. Wie? Kein Stempel? Nein…er meint den gibt es nur wenn man zu Mexiko rein fliegt. Tolle Sache…Fazit: Ich war nun also einmal im Leben für 5 Stunden in Mexiko nur leider gibt es keinen richtigen Beweis. Mission fehlgeschlagen :)

Obwohl wir nach all dem ziemlich müde waren ging es noch einmal ein bisschen durch San Diego – Sightseeing…Old Town, Oceanbeach und zurück in unseren Stadtteil. Wie haben wir uns gefreut, die Wohnung für uns allein zu haben…friedliche Stille, da Lori Party machen ist!!! :)

Heute führte mich meine Reise dann ins wunderschöne La Jolla (ein Stadtteil von San Diego). 

Mein Nachbar aus Ummerstadt, der eigentlich aus Amerika stammt hat alle Hebel in Bewegung gesetzt, sodass ich nun viele Anlaufstellen hab um immer mal wieder in ein weiches Bett zu fallen. So auch hier – Anna und Bill haben mich reizend empfangen und dann begann die Tour durch La Jolla. Zuerst an den Strand, an denen man  hunderten Seehunden und Robben extrem nahe kommt, weiter zu einer Höhle am Meer und dann durch die kleinen Gässchen gefüllt mit vielen Läden und Restaurants. Immer wieder findet man spanische Hinweisschilder – die Bevölkerung ist doch sehr bunt gemischt.

Als ich dann noch am Nachmittag einen weiteren Couchsurfer bei einem Kaffee getroffen habe, wurde der weitere Tagesplan umgeschmissen und kurzerhand in die Wüste gefahren – Colorado Desert. Derek stammt aus der Gegend und kennt sich bestens aus…endlos einsame Straßen mit vereinzelten Ranches links und rechts, dann mal ein Autofriedhof und wieder lange nichts. Achja, die mexikanische Grenze sieht man von Weitem und ständig Grenzkontrollen. 
Nach mehr als eineinhalb Stunden Fahrt war es dann soweit…erst riesige Geröllberge, dann Wüste…NICHTS…eine kleine Raststätte…NICHTS…und dann der Sonnenuntergang! Natur, die ich bisher auf meiner Reise noch nicht gesehen hab. 

Auf der Fahrt zurück hab ich dann noch eine kleine Einweisung in die Sportwelt der Amerikaner bekommen…Basketball, Baseball, Rugby, Football und den Rest. 

Doch auch hier hat ein Tag nur 24h und der geht nun für mich zu Ende. Morgen führt es mich zurück nach L.A. wovon ich in wenigen Tagen meinen Roadtrip nach Las Vegas/San Fransisco starten werde.
Good night!

Sonntag, 24. Februar 2013

Fidschi Inseln

Bula,
welcome to Fiji Time :) Hier geht alles entspannter und gelassener zu…daran kann man sich ziemlich schnell gewöhnen!

Nach einem super Flug von Auckland nach Nadi letzten Sonntag in dem ich schon mal 3 Fiji Bitter (Bier) probieren konnte, landete ich bei starkem Regenfall auf den Fidschi Inseln.

Und das war leider nicht der einzige schlechte Wetter der letzten Tage :( Aber das hat man davon wenn man seine Weltreise ausgerechnet in die Regenzeit plant. Doch nass heißt nicht gleich kalt…denn der Unterschied zu schlechtem deutschem Wetter ist, das es hier dennoch 35°C sind und man sich so schnell mal einen kostenlosen Sonnenbrand als Souvenir mitnimmt.

Die besondere Stimmung der Insel wird einem jedoch schon am Flughafen verabreicht…mit Gitarren und in lustigen Gewändern wird man in bester Laune empfangen und zum Hostel gebracht, für das man die Nacht grad mal 5 € zahlt, im Preis inbegriffen eine Feuer-und Tanzshow am Abend. Natürlich sitzt man da nicht einfach nur im Publikum, sondern macht sich an seinem ersten Tag auf der Insel gleich mal zum Depp und tanzt mit den muskulösen Fijianern :) Nach einer gewissen Zeit wurden die Tanzpartner getauscht und siehe da, meiner konnte ziemlich gut Discofox…mhm…machte mich doch etwas stutzig und wie es der Zufall will ist er aus Deutschland, das ist natürlich nicht so spektakulär, da man diese hier an jeder Ecke trifft. Doch dieser nette junge Mann war aus…Eishausen! Wahnsinn, da trifft man doch tatsächlich einen „Fast-Nachbarn“ am anderen Ende der Welt – hiermit einen lieben Gruß an die Heimat!!!

Um dann an einem Abend auch wirklich das komplette Insel-Programm zu haben ging es weiter zum Kava trinken ins nächste Hostel. Was in Deutschland verboten ist, wird hier jedoch als Nationalgetränk täglich zu sich genommen. Und ja…irgendwie macht es etwas müde und die Zunge ziemlich taub, aber der schlammähnliche Geschmack lässt einen nicht allzu viel davon naschen… :)


Die Regenfreie Zeit hab ich dann irgendwie doch immer im Nassen verbracht - mit Tauchen oder Spearfishing (Speerfischen).

Bei einem Tagestrip ging es an einen weißen Sandstrand mit 3 weiteren Backpackern, 3 Fidschis und der traditionellen Ausrüstung um Fische mit einem Speer zu jagen. Erst eine kurze Einweisung am Strand, wie man die Waffe zu benutzen hat und dann gings ans Schnorcheln und Abtauchen um Essbares zu finden. Die Ausbeute des Tages konnte sich sehen lassen – eine Languste, viele Fische, ein paar Seeigel und leider auch eine große Wunde am Knie, da ich eine Koralle übersehen hab…. :( Aber alles in allem eine richtig feine Sache – hat ne Menge Spaß gemacht sich sein eigenes Essen zu erarbeiten. Natürlich haben wir nach der Rückkehr im Hostel alles unter der Anleitung von Adam und Sam fachmännisch mit einer Kokoscreme zubereitet und verzehrt. Die Köpfe der Fische ließen wir den Fidschis, die sich darum beinahe geschlagen hätte :)

Am nächsten Tag wurden die leeren Kokosnusshälften dann zu Ringen verarbeitet. Nun habe ich meinen eignen Coco-Ring und bin mächtig stolz auf meine kreative und handwerkliche Ader in mir :)
Das größte Highlight der letzten Tage war jedoch definitiv der Tauchgang mit den HAIEN…!!!
All das gesparte Geld ging für 2 Tauchgänge drauf in denen man in 26m Tiefe Haien mal so richtig nahe sein konnte. Und es war auch nicht nur einer um uns rum…sondern VIELE…Bullsharks, Lemonsharks, Silvertips, Nosesharks…und dann noch die riesigen Fische die auch ein bisschen vom „Futter“ abhaben wollen. Die ganze Situation erschien mir aber alles andere als gefährlich. Die Tauchlehrer hatten alles super im Griff und wir Menschen sind für die Tiere keinesfalls ein Fressobjekt. Der ganze Küstenabschnitt wird von den Einheimischen speziell betreut, sodass es hier auch nicht zur Abfischung kommt.

Neben all den Haien lagen auch noch ein paar Wracks auf dem Grund herum, die wir bei den Tauchgängen zusätzlich begutachten konnten. Doch leider endete mein erster Tauchgang etwas früher als erwartet. Mit eigentlich noch ausreichend Sauerstoff im Tank wollte ich mit meinem Tauchbuddy, einem Tschechen ums Wrack rum und plötzlich entweicht all die Luft aus meinem Tank, der O-Ring ist kaputt…Notaufstieg. Einer der Instruktors bemerkte es und teilte seine Restluft mit mir um den vorgeschriebenen “Safety Stop“ noch durchzuführen. So ein Mist…warten an Bord des Schiffes während die anderen noch ne Menge mehr entdecken können. Doch der zweite Tauchgang machte alles wieder gut. Im Gegensatz zu fast allen anderen hatte ich noch ausreichend Luft und konnte etwas länger im Wasser bleiben.

Nach all dem Wasser gabs dann noch etwas Kultur rund um Nadi und Suva, der Hauptstadt. Man probiert so einige typischen Gerichte aus, stellt fest dass nicht alles essbar ist und bleibt am Ende doch bei Instant Nudeln und frischer Kokosnuss. Auch allen Händlern und Taxifahrern konnte ich entweichen…denn Geld spart man indem man einfach zum nächsten Supermarkt im Regen joggt.


Und wieder einmal habe ich gute Freunde gefunden, die ich hoffentlich auf meiner weiteren Reise noch einmal wieder treffe :) Fidschi bleibt mir also in guter Erinnerung, wenn auch etwas nass und windig, aber dennoch voll mit aufgeschlossenen Leuten die ihr Leben in vollen Zügen genießen!

Achja und hatte ich schon erwähnt…es regnet :( Hoffentlich wird das in L.A. besser…