Dienstag, 9. April 2013

Dallas - L.A. Teil 2

Hier nun noch die Highlights meiner Woche in Texas. Alles hat angefangen mit einem „Seder Dinner“ am Karfreitag. Ein traditionell jüdisches Abendmahl bei Freunden von Elizabeth und Joel.

Ich wurde herzlich in die Runde aufgenommen und durfte direkt an der Zeremonie mit teilnehmen, Brot brechen, Wein trinken und Fußwaschungen. Dann wurde für alle unter 25jährigen noch etwas versteckt was wir später gemeinsam suchten…erinnerte alles etwas an meine Kindheit als ich total aufgeregt durch den Garten kroch um Eier zu finden, die meine Oma schon letztes Jahr versteckte, jedoch vergessen hatte wo sie waren… :)

Natürlich kommt man auch nicht ganz ohne etwas zu einer Party, also stand davor Backen und Kochen mit Elizabeth auf dem Plan. Hier zeigte sich mal wieder, dass es in Amerika nichts in Normalgröße gibt. Milch in 5Liter Kanistern, Mehl so viel das es für 2 Jahre reicht und auch am Schokoladenguss wird nicht wirklich gespart.

Das eigentliche Osterfest am Sonntag haben wir sehr traditionell in der Kirche begonnen. Es ist wirklich schon lange her, dass ich um 7Uhr für die Kirche aufgestanden bin, aber in diesem Falle hat es sich wirklich gelohnt. Eine eineinhalbstündige Zeremonie mit Gesängen und diversen Bräuchen. Ok, das Abendmahl kam mir bekannt vor und nun bin ich auch ein bisschen schlauer und kann das Vaterunser auf Englisch. Und auch hier in Amerika gibt es danach ein großes Festessen zu dem die gesamte Familie erscheint. So treffe ich auch nach vielen Jahren die Tochter Emily wieder, die ihren Freund Brett dabei hat. Nur irgendwie sind wir alle ziemlich erschöpft und verschlafen fast das halbe Ostern :)

Und so kommt es, dass ich mich in Rockwall einem kleinen Vorort von Dallas sofort heimisch fühle. Die beiden wohnen in einem riesigen Haus, das von Kühen und Pferden umgeben ist. Dazu noch ein paar Hühner und die mütterliche Pflege machen meinen Aufenthalt seeeehr angenehm. Im Gegenzug mache ich mal wieder meine berüchtigten Eierkuchen und gebe ich Tipps zum Hühnerfüttern – wer hätte das von mir je noch erwartet? :)

Das gute Wetter, welches nun allmählich durchkommt nutzen wir auch direkt aus und begeben uns in den Klyde Warren Park. Eine Grünfläche mitten in der Innenstadt, um den Platz über der Schnellstraße sinnvoll zu nutzen. Hier kann man lesen, spielen, Musik hören oder wie in unserem Falle Sushi mit Keith essen. Keith ist ein weiterer Bruder von meinem Nachbarn der noch etwas später eine wichtige Rolle bei meiner Reise spielte.

Aber nun zum Abendprogramm! Nun ist Emily an der Reihe mir ihre Lieblingsecken von Dallas zu zeigen. Es geht mit ihrem Hund „Diesel“ zum Katy Trail – ein knapp 6 Meilen langer, idyllischer Weg der vor allem von Joggern und Hundebesitzern genutzt wird. Doch einen Stopp legt fast jeder am Katy Trails Ice House an, ein wunderschöner Biergarten mit texanischen Spezialitäten. Ich werde in einen Beergarita (Bier in einem Margarita) eingewiesen und ich zeige der Kellnerin wie man ein Collaweizen mixt – wird es also demnächst auch auf der Karte geben :) Doch dann hat sie leider beruflich zu tun und übergibt mich an ihren Freund Brett der heute mit Timothy (ein 10jähriger, aufgeweckter Junge für den Brett ein Mentor ist) zu den Dallas Stars geht – Eishockey ist angesagt!

Nur leider hab ich noch kein Ticket und alle anderen sind schon drin. Doch siehe da, mein Lächeln wirkt doch noch ganz gut, sodass ich nach knappen 5 min 4 Freikarten angeboten bekomme. Eine reicht mir und ich gehe für lau zu einem amerikanischen Sportereignis. Meinen Sitzplatz ziemlich weit oben muss ich nicht mal einnehmen, da neben Brett noch in der vordersten Reihe ein Plätzchen frei ist – Jackpot! :) Die Kurzfassung vom Spiel – Dallas verliert, wir haben trotzdem ne Menge Spaß und irgendwie sind doch alle Amievents gleich…viel Show drum herum und Mädels die halbnackt am Rand die Pausenunterhaltung bieten. Achja und fast hätte ich es vergessen... durch einen Zufall konnten wir dann auch noch in die Luxussuiten in denen grad ehemalige Spieler waren. Es folgte eine kleine Autogrammstunde und ne Menge Bilder später hatte ich Souvenire von "angeblich" Weltbekannten Eishockeyspielern :)

An einem anderen Abend ging es dann an meine Fitness. Elizabeth ist extrem sportlich und belegt so manche Kurse im nahe gelegenen Fitnessstudio. Nun soll ich auch mal mit…anfangs nur etwas Hanteltraining und dann ging es los…ZUMBA. Oh mein Gott, aber da meine Devise der Reise lautet, dass ich alles wenigstens einmal probiere, bewege ich meine Hüften, Gesäßmuskeln, Arme und all die restlichen Teile am Körper an denen man sonst keine Muskeln zu spüren scheint, zum Takt der Musik. Über eine Stunde quäle ich mich von Lied zu Lied, mache mich zum Affen und schau dabei vielleicht auch gar nicht mal allzu blöd aus, doch eins weiß ich – meine Sportart ist und bleibt Handball! :)

Und nun wo ich mir endlich Turnschuhe gekauft habe, kann es sportlich auf meiner Reise ja nur noch bergauf gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die als leicht beschriebene Laufrunde von Elizabeth endete irgendwie irgendwo im nirgendwo durch Schlamm bergauf und bergab, doch nach einer knappen Stunde kam ich völlig fertig wieder heil am „Anwesen“ an. Gott sei Dank ist Gegenüber ein riesiges Einkaufszentrum das man nicht verfehlen kann, denn die Häuser sehen eh alle gleich aus. Apropos Supermarkt, der gerade beschriebene liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße, doch was machen die bequemen Amerikaner – na klar, es wird zum Einkaufen mit dem Auto gefahren :D Sorry Elizabeth, aber diese Info musste einfach mal in meinem Blog erwähnt werden :)

Wenn ihr denkt dass das alles von Dallas war liegt ihr falsch. Eine weitere Sache konnte ich erstmals in den 24Jahren meines Daseins erleben…ich war bei der Maniküre. Ja so ein Mädelsding, bei dem 15 kleine Chinesinnen dir die Fingernägel feilen! Neues Erlebnis und die Erkenntnis das so etwas überaus unwichtig für einen Backpacker ist…Doch ich kann meiner „Gastmama“ nicht genug danken, was sie in der kurzen Zeit alles ermöglicht hat :)

Nur konnte ich dort nicht zu meinem Abflug bleiben, da die Familie auf einer Hochzeit eingeladen war. So kam es zu einer Backpacker-Übergabe im Starbucks der Innenstadt und Keith nimmt mich direkt mit zum nächsten Highlight. Die Qail Creek Shooting Ranch – schließlich kann ich doch Amerika nicht verlassen ohne mal eine Waffe bedient zu haben? Und auch hier bin ich ein Neuling.
Aber mit einer fachmännischen Einweisung eines Schulfreundes von Keith gelang es mir direkt mit dem Gewehr das „Bullseye“ zu markieren. Da eine Zielscheibe ja nicht wirklich spannend ist, packte er dann noch besondere Ziele aus – Zombiehirsche bei denen man die Einschüsse schön deutlich sieht. Wunderbar. Mark ist ein wirklicher Waffenfanatiker… Um etwas Abwechslung zu haben hatte er auch gleich 3 Waffen dabei, schließlich wollte er, dass ich den Unterschied zwischen einer Pistole, Revolver und einem Gewehr erkenne. Und auch Keith fühlte sich wie ein kleiner Junge als neben uns ihm ein Mann eine Schwarzpulver-Pistole gereicht hat. Mächtig Krach und ne Menge Qualm…das sind die Unterschiede die ich feststellte :)
Auch wenn ich kein Waffenfreund bin, bin ich froh diese Sache nun auch von meiner To-Do-Liste abhaken zu können…muss man schon einmal im Leben gemacht haben…

Kontrastprogramm bot mir Keith dann in seinem Haus – der Kindergeburtstag von Annie stand an und hier kamen meine „Au pair-Qualitäten“ der Londonzeit wieder zu Gute.
Eine 2-jähirge kann einen schon ganz schön auf Trapp halten und das Riesenhaus in dem er mit seiner Familie wohnt macht die Verstecksuche nicht einfacher. Der Vorteil von diesem Palast ist, dass ich wiedermal mein eigenes Zimmer für eine Nacht habe – Danke für die wunderbare Gastfreundlichkeit!
Zu toppen ging das dann nur noch am letzten Morgen vor meinem Abflug. Ein Besuch im 4-Seasons sollte es sein, denn hier gehen sie fast täglich für ihr Fitnessprogramm hin. Diverse Punkte waren gegeben und ich entschied mich letztendlich fürs Spinning. Für die die es nicht kennen…nicht so schlimm. Bitte bleibt dabei in der freien Landschaft Fahrrad zufahren als von einem Instruktor imaginäre Berge hochgeschrien zu werden :) Natürlich alles auf Englisch, was es für mich irgendwie nicht freundlicher machte. Nachdem ich nach knapp 40minuten meine Beine so gut wie nicht mehr bewegen konnte hab ich freiwillig kapituliert und mir einen Platz im Spa-Bereich gesichert…Doch so warmes Wasser und Sprudel macht irgendwie müde, sodass ich wohl komischerweise mitten im Getümmel eingeschlafen bin :) Pünktlich zum Mittag saß ich jedoch am Tisch- Essen lass ich nicht einfach sausen und auch mein Flug rückte in greifbare Nähe – L.A. hat mich nach fast 5 Wochen wieder!

Damit ich auch die letzte Fahrt nicht allzu einfach hatte, ist Ben nochmal umgezogen und die Busfahrt dorthin gestaltete sich schwieriger als gedacht. Los Angeles ist und bleibt eine Autostadt…ohne ist man aufgeschmissen! Als Entschädigung für meine Strapazen lud mich Ben jedoch ins Kino ein – Jurasic Park 3D – wieder etwas Neues, da ich den Film wohl in meiner Kindheit verpasst hatte.
Die zweite Filmpremiere folgte dann einen Abend später. Ben in seiner ersten größeren Rolle im Film „Battledogs“. Mit den Produzenten, Direktoren, Makeup-Spezialisten und einigen Darstellern wurde die TV-Ausstrahlung in einer Sportsbar trinkreich zelebriert :) Whiskey mit Honiggeschmack war eindeutig der Favorit des Abends und ließ sich nur durch scharf gewürzte Hühnerschenkel neutralisieren… Das ich nach der Feier erstmal etwas Ruhe brauchte könnt ihr bestimmt verstehen und so kam der ruhige Nachmittag in Pasadena gerade recht – aber das kennt ihr ja schon!

So, nun sitze ich in Costa Rica in der Innenstadt und lass mir die Sonne auf den Buckel scheinen. Was ich die nächsten Tage mach, weiß ich noch nicht so genau…aber mit der Überraschungsstrategie bin ich ja bisher ganz gut gefahren!

Ich hoffe euch geht es allen gut, ihr habt Ostern gut überstanden und freut euch nun auch auf besseres Wetter, was ich euch hiermit nach Deutschland schicke!!!






Montag, 8. April 2013

Atlanta - Dallas-L.A. Teil1

Zurück am Ausgangspunkt…genau zur richtigen Zeit. Die Sonne kommt raus und ich sitze in Pasadena, einem Stadtteil von Los Angeles um euch von meinen letzten Tagen zu berichten. In wenigen Stunden geht dann aber auch schon mein Flieger – weiter Richtung Süden, COSTA RICA :)
Ich habe mich in L.A. mal wieder bei Ben einquartiert, der mir schon am Anfang meines USA-Aufenthalts eine Couch angeboten hatte. Momentan gibt er einen Kunstkurs, sodass ich Zeit habe die Straßen etwas zu durchqueren und gemütlich bei einem Kaffee die warmen Sonnenstrahlen einzufangen.
Doch nun von Anfang an…also das, was nach meiner erlebnisreichen Fahrt nach Atlanta kam. In Atlanta treffe ich einen guten Freund wieder, Drew, der schon beim Haitauchgang in Fidschi mir von seiner Heimat vorgeschwärmt hat. In einem kleinen Apartment in Midtown teilt er sich die Räume mit seiner Katze „Butters“. Da er leider jeden Tag ziemlich lang arbeiten muss, mache ich die Stadt allein unsicher. Den ersten Tag nutze ich erst mal um  mich etwas heimisch zu fühlen und koche leckeres Mischgemüse mit Hackfleischklöschen und Kartoffeln….mhmmm lecker! 
Ihr denkt vielleicht das ist ein Kinderspiel, jedoch nicht wenn es in diesem Männerhaushalt nicht einmal ein Messer gibt! Warum auch, ein Löffel reicht ja zum Umrühren von Fertiggerichten und alle anderen Sachen sind meistens vorgeschnitten :) Wie gut das ich ein perfekter Backpacker bin und mein eigenes Besteck mit schleppe. So werden die Kartoffeln zwar etwas mühselig geschält aber wie heißt es so schön, man muss sich sein Essen erst einmal erarbeiten. 

Und nicht nur für das Abendessen sind meine Gewürz- und Kochreserven brauchbar. In meinem Allround-Rucksack trage ich so die ein oder anderen Wunderwaffen herum. Nelken – immer gut welche dabei zu haben, nicht nur um Rotkraut abzuschmecken, nein ich konnte einen Amerikaner davon überzeugen, dass man durch Kauen auf einer Nelke seine Zahnschmerzen lindern kann :) Nur gut, dass ich dafür anfangs ziemlich belächelt wurde. Danke aber an meine Mama und Oma die mir all die Hausmittel schon als Kind vermittelt haben…

Am nächsten Tag ging es bei Eiseskälte durch die Innenstadt von Atlanta, vorbei an verschiedenen Attraktionen, wie dem COCA COLA World, dem Olympic Park, wo 1996 die Olympischen Spiele stattgefunden haben und letztendlich zum Aquarium. Dies ist ein besonderer Besuchermagnet, da es das größte der Welt ist. Mit knappen 40$ auch kein Schnäppchen, doch mit etwas finanzieller Unterstützung von Drew wagte ich den Besuch und wurde von tausenden Fischen, Schildkröten, Delfinen und sonstigen Wassertierchen begrüßt.
Jedoch hab ich irgendwie genau die Ferienzeit erwischt und konnte mich so mit hunderten kleinen, schreienden Kindern durch die Gänge drücken. Highlight des Aquariums ist die Delfinshow. Vollgestopft mit 1879 Leuten startete eine knapp 1 stündige Wassershow mit Sound und Lichteffekten. Die armen Tierchen müssen dann ihre Kunststücke vollführen und bekommen dafür ein Leckerlie…

Nach mehr als 3 Stunden geht es wieder raus in die winterlich kalte Luft mit der Erkenntnis das so ein Unterwasserschauplatz zwar ganz schön ist um Kindern auch diese Welt nahe zu bringen, doch ich bevorzuge die Tierchen lieber in freier Natur und verwende das Geld das nächste Mal besser bei einem Tauchgang…vielleicht ja in Costa Rica ;)

Natürlich konnte ich Atlanta auch nicht verlassen ohne eine richtige Einweisung in „The walking dead“ – eine der bekanntesten Fernsehserien in den USA gerade. Mit Drew hatte ich den besten Lehrer, da er für die Show arbeitet und seine ganze Wohnung voll mit „Zombie-Accessoires“ ist. Mit kleinen Hinweisen und Hintergrundwissen, wie was gedreht und getrickst wurde konnte ich einen guten Einblick in die Filmbranche bekommen. Doch nun rückt Ostern immer näher und so langsam muss ich ja auch wieder Richtung Westküste.

Nachdem mein eigentlicher Plan, erst New Orleans, dann Houston und Austin zu besuchen an der Unterkunftsfindung gescheitert ist (warum verreisen auch alle Amerikaner zu Ostern?), buchte ich einen Direktbus von Atlanta nach Dallas. 18 Stunden Fahrt für nur 45$ mit einem Zwischenstopp in Memphis. Pünktlich um 6Uhr morgens am Karfreitag erreichte ich Downtown Dallas und wurde freudestrahlend von Elizabeth empfangen. Endlich mal wieder ein bekanntes Gesicht…sie ist die Schwester von meinem Nachbarn Chris in Deutschland. Das hatte so manche Vorteile. Zum einen bin ich Ostern nicht allein und kann in einer Familie feiern zum anderen habe ich die nächsten Tage mal nicht den großen Reisestress, da mein Flieger zurück nach Los Angeles direkt von Dallas/Forth Worth geht. Eine Woche also an einem Platz…Entspannung! 

Wer nun an Langeweile denkt irrt gewaltig! Jeden Tag hatten wir einen anderen Höhepunkt damit ich mein Tagebuch auch schön füllen kann. Elizabeth und ihr Mann Joel wollten auf keinen Fall das ich Texas mit einem schlechten Eindruck verlasse und verwöhnten mich auf beste Weise. DANKE! 
Fortsetzung folgt…

Dienstag, 26. März 2013

New York – Washington D.C.

Von der West an die Ostküste. Um Zeit zu sparen geht’s mit dem Flieger und selbst der dauert fast doppelt so lang als mein Flug damals von Asien nach Australien. Die Ausmaße der Staaten sind riesig!

Und hier bin ich wieder mit meinen Vergleichen. Die Ostküste erinnert stark an Europa. Laubbäume momentan ohne Laub, überall liegt bisschen Restschnee, es ist windig und die Frühblüher kommen aus dem Boden – Schneeglöckchen, Osterglocken…Ostern ist schließlich auch schon nächste Woche (hab ich mir sagen lassen :) )!Wie die Zeit vergeht…

Um die Flugkosten etwas zu kompensieren, spar ich mir eine Unterkunft und buch stattdessen den Flug über Nacht. Doch mit Verspätung und dann einem interessanten Sitznachbarn konnte ich so gut wie kein Auge zu machen und war mehr als 40Stunden auf den Beinen als ich endlich mein „Couchsurf-Platz“ bei Leon in Mitten von New York beziehen konnte. Leon ist Ex-Profi Baseballer und noch so einige andere Qualitäten und Auszeichnungen fand ich unter seinem Namen bei Wikipedia :) Nur 7min Fußweg zum Times Square, exzellente Verpflegung von Leon, Bowlingabend und dann noch mit Moises, einem anderen Couchsurfer einen privaten Stadtführer. Was will man mehr?

Mal wieder kann ich davon profitieren von Einheimischen rumgeführt zu werden, so fahren wir fast umsonst vorbei an der Freiheitsstatue…und zwar auf dem Weg zum Ikea. Am Wochenende ist die Fähre komplett frei, in der Woche für 5$, die man aber später wieder zurückbekommt, wenn man dort was kauft. Auch sonst verpass ich keins der Hauptattraktionen - Central Park, Rockefeller Center, Empire State Building, 5th Avenue, Wal Street, World Trade Centre (Memorial), Hudson River, naja und den ganzen Rest :) Wobei ich mich größten Teils nur in Manhattan aufhalte.

Die Zeit vergeht auch hier viel zu schnell und schon wenige Tage später nehm ich einen Bus nach Washington D.C. – der Hauptstadt der USA.

Der Empfang dort könnte nicht besser sein. Priscilla und Bob nehmen mich wie ihre eigene Tochter für einige Tage in ihr Haus etwas außerhalb im Bundesstaat Maryland auf. Dort bekomm ich mein eigenes Zimmer mit Bad, werde bekocht und mit Infos über das Land versorgt. Einfach zu gut!!! Das alles hab ich deren Sohn John zu verdanken, den ich bei einem Kava-Abend auf Fidschi kennen gelernt hab. Ich hab ihm Tipps über seine nächsten Reiseziele in Neuseeland und Australien verraten und er hat mir den Kontakt zu seinen Eltern gegeben. Perfekter Deal!

So sehe ich in den Tagen die meisten Denkmäler der Stadt, einige Museen und natürlich das Kapitol und das Weiße Haus. Aber schaut einfach mal in der Bildergalerie. An einem Nachmittag sind sie dann zusammen mit mir nach Georgetown, dem alten Washington. Sehr nette kleine Häuser und eine bekannte Universität. Da hier gerade Tag der offenen Tür ist schlendern wir auch einmal kurz über den Campus und beenden den Nachmittag in einer Studentenkneipe mit sehr leckerem Essen.

Irgendwie fühl ich mich für ein paar Tage sehr heimisch. Ich werde umsorgt und kann mit meinen „Altdeutsch-Kenntnissen“ sogar helfen und einige alte Briefe aus der Kriegszeit von Verwandten übersetzen. Alles erinnert mich ein bisschen an die Erzählungen von meinem Opa Nelly und die Aufenthalte bei Patit (die Schwester meiner Oma).
Zum Dank backe ich mal wieder einen Blechkuchen, wobei das viel zu wenig ist…ich hoffe ich kann mich irgendwann mal revanchieren für die überaus große Gastfreundlichkeit.

Seit gestern bin ich nun weitergezogen. Nächstes Ziel Atlanta, Hauptstadt des Bundesstaates Georgia und Schauplatz der Olympischen Spiele von 1996. Doch so einfach ist es gar nicht dort hinzukommen. Nach 2 abgesagten Mitfahrgelegenheiten dachte ich, ich hab nun endlich mal Glück. Ein Student nimmt mich ab Charlotte mit bis Atlanta. Also erstmal wieder ab in einen Bus, 8h Fahrt und das bei schlimmsten Schneesturm, Schneeregen, Regen…und Eiseskälte. Kurz vor Charlotte bekomm ich einen Anruf, dass der Student wegen des Wetters nun doch nicht fährt. Na toll…also irgendwo im nirgendwo, frierend an einer Bushaltestelle. Gut das der nächste Bus nach Atlanta grad vor meiner Nase weg fährt und der nächste in 2 Stunden los rollt. Also warten…und natürlich hat der Bus dann Verspätung. Zu allem Überfluss ist er auch noch überbucht und ich bekomm keinen Platz mehr – warten war umsonst. Nun wird es auch noch dunkel, die Temperaturen sind nicht gerade reisefreundlich und die noch fahrenden Busse nach Atlanta starten von einem anderen Ort und kosten das 3fache. 
Aber was bleibt mir übrig, also geht es dort hin und siehe da ich ergattere einen Platz um sage und schreibe 21:20Uhr. Meine Augen fallen langsam zu, da ich seit 5Uhr morgens wach bin. Nun kommt noch der Hunger dazu, den ich leider nur mit einem vor Fett triefendem Burger aus einem Busbahnhofsstand für massig viel Geld stille. Um halb 3 erreichen wir dann Atlanta – endlich!!! Gott sei Dank werd ich an der Haltestelle von Drew abgeholt, der zu allem Überfluss von den Polizisten verfolgt wird. Ausversehen ist er verkehrt in eine Einbahnstraße gefahren… Was für ein Tag…

Sonntag, 17. März 2013

Roadtrip - Westcoast

L.A. – Grand Canyon – Las Vegas – Death Valley – Sequoia NP – Yosemite NP – Jamestown – San Francisco

Mit Südamerika, Asien und Europa, einem gemieteten Auto und dem Song „Fast Car“ (Tracy Chapman) die Highlights der Westküste in 8 Tagen sehr unterhaltsam erlebt.
..das wäre die Kurzzusammenfassung meiner letzten Woche und des nun folgenden Eintrags!

Freitagnachmittag mit 2h Verspätung ging die Reise in Long Beach los. Darf ich vorstellen…Andre – Ecuador, Fahrerin und Anstifterin des Roadtrips; Jaja (gesprochen Tschatscha) – Philippinen, hintere Reihe links und unsere manchmal sprachlose „nakakapagpabagabag“-Lehrerin; Tine – Deutschland, hinten rechte Seite und immer für einen Lachanfall bereit; zu guter Letzt meine Wenigkeit…Beifahrer, Fahrer und zuständig für Springbilder :)

Tag 1: viel zu spät gestartet und auch eigentlich ohne Plan - volle Straßen, Regen, Dunkelheit…doch wir wollten so nah wie möglich zum Grand Canyon National Park kommen. Letzter großer Ort war Needles, also günstiges Motel gesucht, immer 2 teilen sich ein Bett und das Hungergefühl wird schnell noch an einem Fastfood Restaurant gestillt. Der erste Tag ist wie im Nu vorbei und wir alle fallen ziemlich erschöpft nach einer Folge „The Walking Dead“ ins Bett.

Tag 2: Bei Sonnenaufgang geht es los – naja fast, denn dazu sind wir alle irgendwie zu langsam. Unser Ziel bis Mittag im Grand Canyon National Park zu sein wird dann auch noch vom Wetter um geworfen – Schnee, viel Schnee! Darauf war natürlich keiner so richtig eingestellt und auch die Wintersturmwarnung im Radio haben wir gekonnt ignoriert. Also stellt euch nun einfach mal vor, wie 4 junge Mädels aus einem riesen Auto sommerlich bekleidet aussteigen. Keine 5 Minuten und jeder von uns hatte das Zwiebel-Klamotten-Prinzip so gut wies ging angewendet. War ich froh das ich meine dicken Wanderschuhe dabei hab :)
Der Ausblick auf den Canyon entschädigte allerdings jede erfrorene Fußzehe der Mädels. Man denk die Bilder die man immer sieht sind bearbeitet und es entspricht nicht der Realität, aber genau das ist es was man sieht…eine tiefe Schlucht mit den bekannten roten Felsformationen. Der Schnee der dann noch wie Puderzucker über den Spitzen lag machte das Ganze noch Einmaliger! Leider verhinderte das Wetter einen Abstieg in den Grand Canyon – zu gefährlich. Doch auch so kann man einen ganzen Tag im Park verbringen, diverse Aussichtspunkte, ein Informationscenter, kleine Läden und Tagesabschluss noch ein spektakulärer Sonnenuntergang.
Ein Bettchen wurde am Abend in Kingman gefunden und mir macht mein Ausschlag nun so etwas zu schaffen…

Tag 3: Ein früher Start war auch heute nicht möglich…irgendwie sind wir ein bisschen eine Bummel-Truppe – die aber ne Menge Spaß hat! Es folgte wieder eine lange Autofahrt über endlos lange Straßen vorbei an einsamen Häusern, Joshuatrees bis hin zum Hoover Damm an dem wir Arizona verlassen und Nevada betreten. Ein riesiger Staudamm mit noch mehr Touristen. Also drehen wir nur eine kurze Autorunde und verschwinden in den Bundesstaat der Casinos. Und auch diese Vermutung bewahrheitet sich schon nach wenigen Metern. „Spielstuben“ weit und breit, außerdem wird die Gegend trockener und öder.
Dann ist es endlich soweit…LAS VEGAS! Und auch hier haben wir so unsere Vorstellungen. Ständig sehen wir Schilder und Zeichen die uns an bekannte Filme erinnern…am meisten kommt „Hangover“ ins Gedächtnis. Und was wäre Vegas wenn man nicht seine eigene kleine Story hat. Wir machen es also Hangover gleich nur drehen wir die Geschichte um und starten in der Notaufnahme. Nach nur 1,5h konnte ich diese jedoch schon wieder verlassen, endlich mit entsprechenden Medikamenten für meinen Ausschlag und alles auch nur für knapp 500$. Schnäppchen nenn ich das! :)
Der einzige Nachteil wenn man vormittags schon im Krankenhaus startet, das man abends nichts trinken darf…Frau Antibiotika verbietet es…Also war auch die Fahr-Frage geklärt. Ich spiele Chauffeur für meine 3 Mädels und einen Freund von Andre – Evan, ein echter Amerikaner der nie ohne Waffe aus dem Haus geht.
Den Dodge im Bellagio geparkt geht es zu Fuß durch alle möglichen Casinos die eigentlich immer zu Hotels gehören. Das gute dabei ist, man zahlt weder fürs Parken noch für die Getränke…einfach nur ein bisschen an den Maschinen sitzen und schon wird man bedient. Und siehe da…ich habe Glück (zumindest mehr als die anderen). Mit mehr als 100% Gewinn verabschiede ich mich vom Treasure Island und ziehe weiter zum Flamingo, Cesars Palace, Venetia und vielen vielen anderen. Auch der Alkohol macht sich bei der ein oder anderen bemerkbar also nichts wie zurück ins Motel, das sein eigenes kleines Standesamt hat. Nur leider konnten wir keinen Mann für auch nur eine von uns finden… :(

Den weißen Tiger haben wir übrigens bei Siegfried und Roy gelassen und anstatt Mike Tyson hat bei uns nur Celine Dion gesungen…was soll’s – Las Vegas war die Reise wert!

Tag 4: Hier hatten wir also unser Tier von Las Vegas – einen Kater. Irgendwie hatten wir den Wecker überhört und somit erst um kurz vor 11 Uhr die Gardinen des Zimmer geöffnet…den halben Tag verschlafen. Nun musste es schnell gehen, schließlich war der nächste Etappenpunkt Death Valley.
Dieser National Park ist mein kleiner Favorit. Mit einem atemberaubenden Ausblick vom Dantes Point geht es über Serpentinen weiter zum Artist Drive mit dem berühmten Artist Palette. Durch die verschiedenen Mineralen in den Felsen schimmern einige grün, andere rot und die Sonne gibt ihren gelbgoldenen Glanz dazu.
Die trockene Luft, drückende Wärme und mein besonderer Medikamenten-Mix schaffen mich nun ganz schön, sodass ich einen Teil des Heimwegs verschlafe…bis ein Esel vor uns auf der Straße steht, mitten in der Nacht! :)
Nach langer Suche finden wir dann aber endlich eine Unterkunft – Lone Pine, ein verschlafenes kleines Cowboystädtchen mit keinem offenen Restaurant abends um 9Uhr…nur einem Subway!



Tag 5: Wir werden besser, heute ging es um 9Uhr mit dem Auto Richtung Sequoia National Park. Hier gibt es die bekannten Mammutbäume. Bis man jedoch dort erst einmal ankommt muss man fahren, lange fahren. Bin ich froh das wir Automatik und einen Tempomat besitzen :) um vor lange nicht einzuschlafen hilft es Lieder total laut und falsch mitzusingen oder zu essen. Essen ist das Stichwort…wir essen zu viel. Ständig Süßigkeiten, ein Stopp beim In&Out Burger und die Frage „Wann machen wir wo Mittag?“ Die einzige die heute nicht daran interessiert ist, ist Jaja. Serpentinen, Hitze und vielleicht die nicht mehr allzu guten Pancakes vom Vortag begünstigen Magenentleerungen und so betrachtet sie die „Redwoods“ schlafend vom Auto.
Andre, Tine und ich sind jedoch umso mehr begeistert von den „Riesen“, vor allem wie sie sich anfassen...fast wie Schaumstoff. Wiedermal ist alles in Schnee gebettet, wir wechseln also täglich von Sommer zu Winter und nach einem weiteren schönen Sonnenuntergang erreichen wir erschöpft Fresno.



Tag 6: Yosemite National Park…der wohl bekannteste der USA. Heute hatten wir mal einen ganzen Tag da wir es tatsächlich geschafft haben um 8Uhr loszufahren. Und die Zeit braucht man um alle Naturspektakel vom Yosemite zu geniesen – Mammutbäume, Wasserfälle, Felsformationen und sogar einen kleinen Ort der noch sehr von den Indianern geprägt ist. Die frische Luft und der Geruch nach Holz lässt uns fast die Zeit vergessen :)
Das Nachmittagsprogramm wurde mit „Jamestown“ gefüllt. Eine kleine Goldgräberstadt mit dem nahe liegenden Railtown, das für viele Western Filme als Drehort diente. Ein gelungener Tagesabschluss mit einer Reise in die Vergangenheit…


Tag 7: Das letzte Stückchen ist bald geschafft…von Oakdale geht es nach San Francisco. Und was liegt da zufällig auf dem Weg? Facebook…irgendwie sind die aber nicht sehr besucherfreundlich, sodass wir uns mit dem Banner vorm Gebäude zufrieden geben müssen.
Punkt 12Uhr hatten wir unsere Endstation erreicht – San Francisco. Da Jaja seit fast einem Jahr hier wohnt hatten wir mit ihr die perfekte Reiseführerin, wenn auch manchmal etwas ohne Plan. Also hoch auf den Berg am North Beach, dann zur Lombard Street, den „Painted Ladies“, welches an die Serie „Full House“ erinnert, weiterentlang des Hafens, in die Haight Straße (Hippie Viertel), nach Castro (Schwulenviertel) und am Ende ins Mission Viertel, wo Jaja wohnt und wir nur unweit davon einen Schlafplatz bei einer guten Freundin meines Nachbarns finden – bei Katherine und Toshio. Das Haus ist wunderschön bunt, jeder Raum eine andere Farbe…so wie die ganze Stadt! Alles erstrahlt in verschiedenen Farben und mit dem leichten besonderen Flair hat San Francisco so einige Vorteile gegenüber manch anderen Orten.
Auch sind wir Mädels froh nun nicht mehr hinterm Steuer zu sitzen sondern genießen die familiäre Umgebung und können endlich mal wieder waschen!!! :)

Tag 8: Letzter Tag mit meiner Roadtrip-Gang :) Nun fehlen noch Golden Gate Bridge, Alcatraz und die Cable Cars…und ja, das alles schaffen wir an nur einem Tag. Dazu noch den Golden Gate Park, Sausalito, Pier 39 und ein gelungenes Abschiedsessen um die Tour mit Lach- und Sachgeschichten Revue passieren zu lassen.  Danke Mädels…es war so wie ich es mir vorgestellt hab…vielleicht bisschen besser :)
Mit der Fahrt über die Golden Gate Bridge und 100 Fotos haben wir glaub ich das bekannteste Wahrzeichen der Stadt gesehen. Aber letztendlich ist es auch nur eine Brücke, die uns wieder in die Innenstadt bringt…in den verrückten Verkehr, da die Straßen ständig auf und ab gehen. Anfahren am Berg will da gekonnt sein! Nach einigen Umwegen kamen wir dann am Hafen an. Seelöwen beobachten und die Sonne geniesen. Nächster Stopp – Gefängnis! Der Besuch des bekannten Gefängnisses auf Alcatraz war auf jeden Fall sein Geld wert. Mit einem Boot geht es vom Fishermans Warf zur Insel auf der man sehr authentisch empfangen wird. Auch die Audiotour ist keineswegs langweilig sondern lässt einen ab und an zusammenzucken, wenn man die Stimmen von Al Capone und den anderen Insassen hört. 

Doch auch diese Tour geht einmal zu Ende. So hab ich heute mal wieder einen Bürotag eingelegt. Die Mädels sind alle auf ihren Weg nach Hause und ich schreibe fleißig für euch meinen Blog und sortier meine Krankenunterlagen...Gott sei Dank ist das auch vorbei! 
 

Aber wie ihr bemerkt habt, haben wir viel erlebt und viel zu viele Bilder gemacht…mehr als 2500 :) deshalb gibt’s es dieses Mal auch etwas mehr Fotos!

In wenigen Stunden geht mein Flieger an die Ostküste…NEW YORK ich komme!!!