Mittwoch, 24. April 2013

Cotopaxi - Riobamba - Chamba - Cuenca

... Fortsetzung meiner Ecuador-Erkundung!

Es sollte früh losgehen, doch wir führten unsere Gewohnheit spät zu Starten von unserem 1. Roadtrip fort. Mit ihrem Geländewagen schlängeln wir uns durch den stressigen Stadtverkehr bis wir nach knapp 2 Stunden den National Park Cotopaxi erreichen. Rund um den riesigen aktiven Vulkan wurde ein Naturreservat errichtet, wodurch man einen ganzen Tag fahren könnte. Wir wollen aber einfach nur den Cotopaxi sehen, der sich vorerst noch hinter einer dicken Wolkendecke versteckt. Also fahren wir hoch, sehr hoch, bis ca. 4700m wo es erstaunlicherweise immer noch Pflanzen und Tierwelt gibt. Doch der Schnee ist auch nicht mehr weit und die Temperaturen sinken drastisch. Nach ein paar Fotos und einer kurzen Essenspause mit choclo con queso (Mais mit Käse) ging es entlang der Autobahn direkt nach Riobamba. Doch auch auf dem Weg dorthin kann man so einiges erleben. Kühe die am Rand das Gras kurzfressen, Baustellen mit waghalsigen Bauarbeitern, mehrere Regenbögen und dann noch das laute mitkreischen von Liedern, die man eigentlich gar nicht kennt! :)

In Riobamba angekommen hat es erst Mal eine Weile gedauert um unseren Schlafplatz zu finden – der Couchsurfer Patrizio lud uns zum alljährlichen Festival ein. Pato wohnt eigentlich in Quito, doch sein Zuhause ist in diesem Ort, sodass wir anstatt auf seiner Couch in einem Zimmer in seinem Elternhaus landen. Um die Mutter nicht ganz zu verschrecken, wird schnell noch eine „Ach-wir-sind-schon-ewig-Freunde-Geschichte“ erfunden und die Komplettverpflegung am Festwochenende kann beginnen :)

Am nächsten Morgen war es soweit, die große Parade durch die Stadt für mehr als 5 Stunden. Durch unsere lässige Art hatten wir einmal wieder einen späten Start und ein weiterer Zeitkiller war das Durchkommen zu unseren reservierten Stühlen.  Doch alle Mühen waren es wert, da wir von einer Dachterrasse einen super Blick auf alle Schaubilder hatten. Voller Farben, mit verschiedenen traditionellen Gewändern und ner Menge Musik verging die Zeit wie im Flug…vielleicht lag es aber auch an dem Hopfenblütentee der gereicht wurde :)
Eines muss ich jedoch feststellen. Guten Geschmack weisen die Ecuadorianer bei der Wahl ihrer Miss „Riobamba“, Miss „Kaffee“, Miss „Irgendwas“ nicht wirklich auf…

Von dort aus ging es weiter zu einem Markt um typisch zu Essen. Eine Art Spanferkel mit Bohnen, Mais, Salat und scharfer Soße dazu trinken wir einen Saft mit speziellem Eis. Eis vom Chimborazo, der Vulkan der nebenan liegt. Es gibt wohl nur noch einen Mann, der täglich mit seinem Esel auf den Berg geht um das gefrorene Wasser zu holen.  Gut das ich eine andere Deutsche getroffen hab, die total ausgerastet ist, als sie ihn gesehen hat. Er war wohl erst vor kurzem im deutschen Fernsehn, bei Galileo. Naja…ich hab die Berühmtheit nun auch getroffen – Wahnsinn :) (Aber um ehrlich zu sein, der Saft war nicht die Wucht!)

Nach einem kleinen aber feinen Mittagsschlaf kam auch schon der nächste Höhepunkt des Tages.  Wir haben noch Karten für den Stierkampf am Abend bekommen. Eigentlich hab ich mir da drüber noch nie wirklich Gedanken gemacht, wie es so abläuft oder was genau passiert. Andre warnte mich schon etwas vor und ihre Beschreibung sollte sich bewahrheiten – leider.
Auf mehr als schreckliche Weise werden die Bullen erst gequält bis ihr Blut nur so auf ihrem Körper strömt, dann werden sie weiter durch die Arena gejagt bis sie am Ende einen letzten Stich bekommen und blutspuckend umfallen. Das geschieht natürlich nicht nur einmal sondern an dem Tag gleich siebenmal…was finden die Leute nur tolles daran? Männer in pinken Strumpfhosen, die eine Tischdecke durch die Luft wirbeln um am Ende, wenn sie Glück haben, 2 Ohren eines 430kg schweren Stieres nach Hause tragen?!? Vor allem erstaunte es mich, dass vorwiegend die Frauen kreischen, wenn der Matador sein Tuch schwingt. Eine sehr absurde Abendbeschäftigung, die es wert war einmal zu sehen um zu verstehen, was hinter den Toren abgeht – öfter muss ich es aber nicht haben!
Viel schöner war es danach, mit Patos Mutti essen zu gehen. In einem texanischen Restaurant gab es Steaks die nicht wirklich auf den Teller passten, dazu Bohnen und Mais. Lecker…!
Da Andre und ich auch schon etwas müde waren, entschlossen wir uns gegen eine Partynacht mit Patos Freunden und verbrachten den Abend mit seinen Neffen und „Hoppe, hoppe Reiter“ :) Wie schnell man doch selbst wieder zum Kind wird!

Nur noch ein Tag bleibt mir nun mit Andre, dann muss ich sie wieder einmal verabschieden und meinen Weg allein fortsetzen! Die Zeit nutzen wir und fahren nach Chamba, einem kleinen Ort nach Riobamba in dem es angeblich Thermalquellen geben soll. Dort haben wir sie zwar nicht gefunden, aber 15km weiter und auch diese waren eher weniger einladend. So entschieden wir uns noch einmal gut zu Essen, bis sie mich schließlich an den Bus nach Cuenca brachte. Danke Andre für die wunderbare Zeit!!! Wir sehen uns in Deutschland bei meiner Feier…


Letzter Stopp in Ecuador wird für mich nun also Cuenca sein. Nach 7stündiger Busfahrt kam ich mehr als übermüdet im „Athens Ecuadors“ (Cuenca) an. Und ja, diese Aussage kann ich nur bestätigen. Mit seinen sehr historischen Gebäuden, vielen Kathedralen und umringt von Bergen und Naturparks hat die Stadt einen besonderen Charme. Besonders bekannt ist der Ort für sein Handwerk und alte Ruinen. Die letzten 2 Tage schlängelte ich mich hier durch die engen Gassen und hab nun auch wieder eine neue Reisepartnerin gefunden mit der ich die nächste Zeit durch Südamerika toure. Amanda aus Chile kann nicht nur hervorragend Spanisch (was für ein Wunder), nein, sie kennt auch die Angewohnheiten eines Backpackers genau, da sie seit fast 5 Monaten nun schon durch diesen Kontinent reist.

Heute haben wir dem National Park Cajas noch einen Besuch abgestattet und konnten so auch ein kleines uriges Dorf sehen. Doch einmal im Monat soll man sich ja was gönnen, also sitzen wir nun in einem kleinen französischen Cafe, trinken ein Bierchen und Essen Nachos – das haben wir uns nach dem Tagesmarsch auch redlich verdient!Auf dem Heimweg konnten wir auch noch sehen wie man fachmännisch Meerschweinchen grillt - tolle Sache :)

So schnell vergeht knapp eine Woche in Ecuador. Gleich geht es ab mit dem Nachtbus über die Grenze nach Peru…ein neuer Stempel in meinem Pass :)

PS.: Nun häufen sich schon die Fragen ob ich nicht langsam meine Heimat vermisse und zurück will…die Antwort ist – Na klar! Ich freue mich zwar immer noch um die Welt zu Reisen und viel Neues zu sehen aber ich merke schon, dass Reisen auch ziemlich anstrengt und ich mich langsam wieder auf mein eigenes Bett und meine Familie und Freunde freue. Ich hoffe natürlich ihr vermisst mich auch etwas :)
 

 






Ecuador... Quito-Mindo

Nach etwas turbulentem Flug erreichte ich vor mehr als einer Woche den vorletzten Kontinent meiner Reise – Südamerika!


Mein erstes Ziel hieß Quito, die Hauptstadt Ecuadors, die sage und schreibe auf mehr als 3000m liegt. Doch nicht nur das, auch verdankt das Land seinen Namen dem Äquator, der mitten durch Quito führt – ok…etwas oberhalb. 

Und genau dahin machte ich mich eines Tages auf, um zwischen der Süd- und Nordhalbkugel einmal hin und her zu springen. Doch mal wieder ist es einfach nur ein Touristenmagnet, der zudem noch falsch ist. Denn die lieben Franzosen haben sich damals wohl etwas vermessen und der eigentlich längste Breitengrad liegt 200m neben dem monströsen Denkmal. Aber der Ausflug lohnte sich allemal – bei bestem Wetter erkundete ich „Mitad del Mundo“ (Middle of the Earth) auf eigene Faust und probierte gleich einmal ein paar Spezialitäten des Landes – Empanadas.   

Nach genug Höhensonne und müden Beinen machte ich mich wieder auf den Weg zurück in die Wohnung in der ich für kurze Zeit unterkam. Doch leichter gesagt als getan, denn Busse zu Denkmalen findet man immer leicht, doch wie kommt man wieder zurück wenn man so gut wie kein Wort Spanisch spricht? :) Mittlerweile kann ich zwar ganz gut nach dem Weg fragen, doch von der 10 minütigen Antwort verstand ich nur 3 Wörter…was soll’s ich brauch nen Bus nach Quito rein, den Rest wird schon mein gutes Orientierungssystem richten und außerdem hab ich Hände und Füße um mich zu verständigen. Erstaunlich schnell und nur für 0,40$ erreichte ich mein Zuhause für wenige Tage – die Wohnung von Cristian, einem Freund meiner Freundin Andre mit der ich schon durch die USA getourt bin. Er wohnt sehr zentral in einer WG mit der Kolumbianerin Ana und dem deutschen Studenten Sebastian. Die anderen freien Sofas und Matratzen belegen ständig irgendwelche Freunde, andere Backpacker oder Einheimische, die nach einer Partynacht ein Bett brauchen. Es ist also immer was los im Apartment.

Das Gute für mich waren die Übersetzerqualitäten von Sebastian und Matthias, da Cristian kein Wort Englisch oder Deutsch spricht (außer Schimpfwörter – die nicht viel nützen). So verbrachte ich einen Sightseeing-Tag mit Matthias in Quito an dem wir so ziemlich alles abliefen. Vom Präsidentenpalast zur Basilika, von einem zum anderen Museum, schließlich in die echt schöne Straße La Ronda in der ich mit Kindern Hula-Hopp versuchte und wir originelle Shops entdeckten bis ganz zum Schluss hoch zum Panecillo, dessen Statue wir ebenfalls erklommen. Erst hier merkt man wie riesig diese Stadt eigentlich ist, da man einen super Rundumblick hat. 

An einem anderen Tag ging es mal wieder allein los, doch schnell wurden Tages-Reise-Partner gefunden. Dieses Mal Dino aus dem Kosovo der perfekt deutsch sprach, neben 7 anderen Sprachen! Ziel war der Vulkan Pinchincha den man von der Stadt ganz leicht mit einer Gondel, dem Teleferico erreicht. Auf mehr als 4300m bewegte ich mich nun und immer noch ist alles grün…kein Schnee und allzu kalt ist es auch nicht. Nur sollte ich wohl kein wirkliches Glück haben die komplette Stadt von oben zu sehen, denn urplötzlich setzte starker Regen, später Hagel und Nebel ein.  So saßen wir also für mehrere Stunden gefangen auf dem Berg, da die Bahn auch nicht mehr fuhr. Was soll man also machen außer Essen :) Quimbolito, Empanadas, Nachos und irgendwas anderes dessen Name ich nicht aussprechen konnte, geschmeckt hat‘s trotzdem!

Auch sonst drehte es sich in der WG meistens ums Essen. Jeder war mal mit Kochen dran und so gab es von lokalen Gerichten, kolombianischem Eiermatsch, Spaghetti mit Tomatensoße, Pizza vom Lieferservice bis hin zu meinen berühmt berüchtigten Eierkuchen Alles! Zu der Festnahrung gesellte sich dann meistens noch ein Bierchen und mit zunehmender Zeit steigerte sich das Gefühl doch noch raus in eine Bar zu gehen. Der Partykonsum kam in den letzten Tagen also auch nicht zu kurz und meine Salsa-Tanzkünste wurden aufgefrischt. Gut nur, dass ich mich nicht allzu schlimm anstellte und auch nicht die einzige Ausländerin war…

Warum ich eigentlich auch so lang in Quito blieb lag an meiner Freundin Andre, die zuerst nicht auffindbar war – falsche Handynummer und Internetzugang auch so gut wie unmöglich. Doch dann, kurz vor meiner eigentlichen Abreise stand sie vor der Tür und wir konnten unser Wiedertreffen ausgiebig feiern. Für den nächsten Tag wurde dann auch gleich noch ein Ausflug geplant – Mindo, ein kleiner Ort mitten im Grünen, kurz nach dem Nebelwald und mit einer Menge Wasserfällen und hunderten Vogelarten. Mit dabei sind Sebastian und sein deutscher Freund Benjamin der gerade erst in Quito gelandet und noch immer auf der Suche nach seinem Gepäck ist. 
 
Zu viert also in Andre’s Auto zum ersten Stopp dem Vulkan Pululahua. Das seltsame an diesem Vulkan ist, das noch immer Leute mitten im Karter wohnen obwohl er angeblich aktiv sein soll. Um keine Zeit zu verlieren geht es durch den Nebelwald – der wirklich seinem Namen alle Ehre macht, geradewegs durch bis zum kleinen Ort Mindo. Andre kennt sich bestens in der Gegend aus und bringt uns zu einem kleinen Hotel in dessen Hinterhof viele Kolibris herumfliegen. Leider konnte ich aufgrund der Geschwindigkeit des Federviehs kein gutes Bild bekommen doch ihr wisst ja bestimmt wie sie aussehen :) gute Vorstellungskraft ist heutzutage alles! Danach ging es mitten in den Urwald um 5 Wasserfälle im Eiltempo abzulaufen, denn leider kamen wir etwas zu spät am Überfahrtspunkt an. Mit einer klapprigen Seilbahn wurden wir über das Tal manövriert und hatten genau 1,5 Stunden Zeit alles zu sehen. Gutes Workout nenn ich das mal, denn normalerweise sagen sie, dass man zu einem der Wasserfälle schon allein 1h braucht :) Total verschwitzt ging es dann wieder zurück mit der Gondel und da wir die letzten Besucher waren, packten auch die Arbeiter alles zusammen und fuhren samst Hahn zurück zum Ort. Dort gönnten wir uns noch in einer ausgefallenen Bar einen Fruchtshake, bei dem erstmal keiner so richtig die Obstsorten kannte –doch Gott sei Dank hatten ich meinen Ecuador-Joker bei mir… ;)

Irgendwie konnte ich den Joker auch nicht so schnell gehen lassen, denn wie sollte ich nur ohne Spanischkenntnisse und wie immer ohne Plan in dem kleinen grünen Land zurechtkommen. So überredete ich Andre auf einen erneuten Roadtrip zu gehen – nur dieses Mal ohne Tine und Jaja in einem etwas kleiner Auto.


Fortsetzung folgt…




Dienstag, 16. April 2013

Costa Rica

Wie schnell doch die vergeht. Kaum angekommen in Costa Rica, ist die Zeit auch schon wieder rum und ich sitze in Quito um meinen Bericht über die letzten Tage zu schreiben.

In wenigen Tagen kann man hier so einiges erleben, doch am Anfang stand die Frage: Wo soll es hingehen? Tausende Möglichkeiten ob in den Norden, an die Karibische Küste, an die Surferstrände und sogar ein Besuch eines Vulkans in Panama stand kurzzeitig auf dem Plan. Egal wen man fragt, jeder hat einen anderen Ort den man „unbedingt“ gesehen haben muss. Nach mehreren Meinungen war ich also mal wieder nicht schlauer und blieb bei meinem Prinzip „ich lass mich einfach mal überraschen und dort hintreiben, wo ich gerade drauf Lust hab“.
Eines stand jedoch fest – raus aus San Jose, der Hauptstadt die man ziemlich gut mit dem Wort „Chaos“ beschreibt. Die wenigen Stunden nach meiner Ankunft in diesem Gewimmel haben mir gereicht, sodass ich am nächsten Morgen in den ersten Bus nach Jaco (gesprochen Hako) stieg.
Immer noch total übermüdet hab ich leider die halbe Busfahrt verschlafen und konnte mich erst im kleinen Surfer- und Touristenstädtchen Jaco von der Natur Costa Ricas überraschen lassen. Mal wieder bewegte ich mich ein bisschen fernab von den Touristensträngen und erkundete den Ort auf meine Weise. Querfeldein durch kleine Straßen auf denen man Einheimische trifft und der Hahn auf dem Mist nebenan kräht. In ziemlich einfachen Behausungen leben die Tico’s zwischen Hostels und Hotelanlagen. Besonders verwundert haben mich anfangs komische Metallgestelle auf ca. 1m Höhe. Nach einigem Herumfragen hatte ich die Erklärung dafür – Mülleimer! Ziemlich seltsame Konstruktion, ich frage mich wie kleine Kinder es erreichen sollen und außerdem, warum gibt es sie überhaupt, wenn die Löcher so groß sind das der Müll eh ständig durchfällt?!?
An sich hat mir Jaco aber ganz gut gefallen, endlich konnte ich auch mal wieder ins Meer springen bei mehr als 30°C. Doch zum Glück habe ich nach 7Uhr nicht mehr das Hostel verlassen - Jaco gilt nämlich auch als Hochburg der Prostituierten und des Kokains.

Nächster Stopp war Quepos, ein weiteres Surferparadies mit besonderem Charme. Es ist nicht mehr ganz so überfüllt von Touristen und der Nationalpark Manuel Antonio ist auch nicht weit. Aber als erstes Stand die Suche nach einem Hostel auf dem Plan, zudem war ich auch nicht allein, da mich seit morgens ein anderer Backpacker etwas verfolgt hat – Maurizio aus Florida, seltsamer Typ. Mit dem „Wide Mouth Frog“-Hostel hab ich direkt eine super Behausung mit Pool und vielen Hängematten gefunden. Und ratet mal wer das gleiche Hostel gewählt hat – ja, mein neuer „Freund“. Und nicht nur das gleiche Hostel, nein auch das gleiche Zimmer und in den Pool ist er mir auch noch gefolgt. Nur gut, dass ein junges Mädel plötzlich in mich rannte und verzweifelt ihren Schlüssel suchte – Amy aus Kalifornien. Ein kurzes Gespräch und schon hatte ich eine neue Reisegruppe für die nächsten Tage. Auch Amy hatte einen kleinen Stalker und Gott sei Dank Brian und Matt aus Canada getroffen, die einige Tage Urlaub in Costa Rica mit einem Mietauto machen. Perfekte Grundlage und ab ging’s zu viert im kleinen Suzuki in den berühmten National Park. Wie schnell man doch Leute findet, denen man sich einfach anschließt und so zusammen eine wunderbare Zeit erlebt! Danke Jungs und Amy!!!!


Der Park von Manuel Antonio ist auf jeden Fall sein Geld wert, so kann man auf eigene Faust einige Wanderwege ablaufen und so links und rechts Affen, Faultiere, Vögel und Echsen beobachten. Natürlich gab es noch so manche speziellen Tierchen, aber wie soll ich mir bitte die Namen merken, wenn ich es nicht einmal aussprechen kann :) Mein Spanisch ist nämlich um ehrlich zu sein immer noch auf einem sehr geringen Niveau. Hoffe das bessert sich die nächsten Tage.
Nach einem 2 stündigen Wandermarathon fuhren wir schweißgebadet zurück zum Hostel mit einem Zwischenstopp an einer Tauchschule. Die beiden Jungs hatten nämlich schon einen Tauchgang gebucht und mich dafür begeistert am nächsten Morgen doch mal wieder unter Wasser zu gehen.

Also ging es auf ein kleines Boot mit unseren Tauchguides Katie und Paul. Es wurde viel versprochen, was man so alles sieht und das die Sichtweite zwischen 5-10m sein soll. Bei 14m Tiefe sah das ganze jedoch etwas anders aus…Sehen ist ein gutes Stichwort, denn das war so gut wie nicht möglich. Man hatte zu tun den Tauchlehrern zu folgen. Schade eigentlich denn ab und an konnte man doch ein paar schöne Tierchen entdecken. Auch hatten wir eine starke Strömung die uns am Vorankommen ziemlich gehindert hat. Aber jeder Tauchgang hat auch seine guten Seiten, man bekommt mehr Übung und wird mit der Einteilung seiner Luft stetig besser. Das Highlight des Boottrips war allerdings eindeutig die Wartezeit zwischen den Tauchgängen. Urplötzlich tauchten Delfine neben uns auf und begleiteten unser Boot für eine Weile. Paul versuchte auch ein Stück mit ihnen zu schwimmen, doch offensichtlich mochten die Tico-Delfine keine Australier. :D So versuchte unser Kapitän sie wieder aufzuspüren und wir wurden mit einer kleinen Delfin-Sprungshow belohnt. Das Geld für den Ausflug hat sich also eindeutig gelohnt. Apropos Geld – hier hat man einfach mal 50.000 Colones in der Hand, ihr glaubt das ist viel…Fehlanzeige! :)
Da wir vier uns so gut verstanden haben, entschieden wir uns eine Weile gemeinsam zu reisen – praktisch für meinen Geldbeutel und außerdem muss man so nicht jeden Tag neue Freunde machen. Was mir natürlich nicht allzu schwer fällt :)

Nun war mein Kontakt in Costa Rica an der Reihe. Brett, den ich in Dallas kennen gelernt hab, hat einen sehr guten Freund der eine Farm in der Nähe von Platanillo hat. Wiedermal komm ich so durch gute Kontakte an Plätze, die ein anderer Urlauber wahrscheinlich nie zu Gesicht bekommen würde. Richard ist so lieb und lässt mich und meine kleiner Reisegruppe 2 Tage auf seiner Farm unterkommen um ein richtiges Gefühl von Costa Rica zu bekommen. Mitten im Dschungel in einem Tal liegt ein kleines Örtchen Namens San Juan de Dios und nicht weit entfernt davon seine Wasserbüffel-Farm. Schon die Fahrt dorthin verlangte so einiges von unserem kleinen Fahrzeug ab. Vollbepackt mit großen Backpacker-Rucksäcken und ein bisschen Essen gelangten wir über eine 7km lange Schotterstraße am bambusumzäunten Haus an. Adita, die den „Laden“ in Schuss hält begrüßte uns warmherzig und zeigte uns unser Zimmer mit Doppelstockbetten und Klimaanlage, die wir uns sehnlichst gewünscht haben!
Dann begann die Erkundungstour auf dem riesigen Grundstück und durch das kleine Örtchen, das wohl noch etwas in der Zeit stehen geblieben ist.
Baumwollpflanzen, Zitrusbäume, Zuckerrohr, sämtliche Kräuter und andere Baumarten machen das Gebiet zu einem Platz an dem man aus dem Staunen nicht mehr raus kommt. Dazu noch Büffel, einige Hunde, ein großer fetter Hase und die Familie um Adita hauchen dem Ganzen Leben ein!  Das Beste ist jedoch, dass Richard in seinem „Hinterhof“ einen 60m Wasserfall besitzt. Mit einem 20 minütigen Marsch über Stock und Stein gelangt man an eine kleine Hütte auf der sich locker auch ein Bierchen genießen lässt, während man das Wasser den Berg runterströmen sieht. Wir wagen auch ein kleines Bad im kühlen Nass, wobei der Wasserfall momentan nicht bestens gefüllt ist.
 
Aber auch den kleinen Ort ließen wir uns nicht entgehen. Nachdem wir etwas ahnungslos einen Fluss überquert haben wurden wir direkt zum örtlichen Fußballspiel auf die Tribüne eingeladen. Alle jungen Männer der Umgegend treffen sich jeden Donnerstag zum Füße zertreten…manche haben nicht einmal Fußballschuhe! Gleich daneben sind dann auch die Schule und eine Stierkampf-Arena. Nicht vergessen werde ich die Bank von San Juan de Dios, die sage und schreibe einmal im Monat geöffnet hat. Eine super Erfahrung zwischen all den Einheimischen für zwei Tage zu sein.
Mit ein paar körperlichen Anstrengungen haben wir unser kleines Gefährt auch wieder den Berg hoch auf die Hauptstraße bekommen und konnten so unseren Heimweg über San Isidro und die höchste Erhebung von Costa Rica  bei mehr als 3300m nach San Jose antreten.

Um nicht zu verhungern probierte ich in den letzten Tagen mal wieder typische Gerichte wie Ceviche, ein Fischgericht und Pinto, was eigentlich nur Reis mit Bohnen ist – Gott sei Dank gibt es meistens noch etwas Hühnchen und Salat dazu.
Das beste Nahrungsmittel ist aber eindeutig das frische Obst. Diverse Ananassorten wurden getestet, Papaya zum Frühstück, Früchte, deren Namen ich vergessen hab aber die sehr aromatisch waren naja und dann wie immer Bananen. Diese darf man aber nicht einfach blindlinks kaufen. Hier gibt es einen Unterschied zwischen Plátano und Banana – die einen sind zum Kochen und Frittieren geeignet die anderen zum Gleichverzehr.
Generell muss ich aber sagen, dass Costa Rica mir als teures Land in Erinnerung bleibt.  Gut auch, dass ich immer ein paar Dollar in petto hab, denn auch bei der Ausreise wollen sie nochmal 29$ dafür das man raus will! Also wer auf etwas Günstigeres aus ist, der soll nach Nicaragua…das wurde mir empfohlen (Muss ich wohl auf die 2.Weltreise verschieben!) :)

Pura Vida!

 


Dienstag, 9. April 2013

Dallas - L.A. Teil 2

Hier nun noch die Highlights meiner Woche in Texas. Alles hat angefangen mit einem „Seder Dinner“ am Karfreitag. Ein traditionell jüdisches Abendmahl bei Freunden von Elizabeth und Joel.

Ich wurde herzlich in die Runde aufgenommen und durfte direkt an der Zeremonie mit teilnehmen, Brot brechen, Wein trinken und Fußwaschungen. Dann wurde für alle unter 25jährigen noch etwas versteckt was wir später gemeinsam suchten…erinnerte alles etwas an meine Kindheit als ich total aufgeregt durch den Garten kroch um Eier zu finden, die meine Oma schon letztes Jahr versteckte, jedoch vergessen hatte wo sie waren… :)

Natürlich kommt man auch nicht ganz ohne etwas zu einer Party, also stand davor Backen und Kochen mit Elizabeth auf dem Plan. Hier zeigte sich mal wieder, dass es in Amerika nichts in Normalgröße gibt. Milch in 5Liter Kanistern, Mehl so viel das es für 2 Jahre reicht und auch am Schokoladenguss wird nicht wirklich gespart.

Das eigentliche Osterfest am Sonntag haben wir sehr traditionell in der Kirche begonnen. Es ist wirklich schon lange her, dass ich um 7Uhr für die Kirche aufgestanden bin, aber in diesem Falle hat es sich wirklich gelohnt. Eine eineinhalbstündige Zeremonie mit Gesängen und diversen Bräuchen. Ok, das Abendmahl kam mir bekannt vor und nun bin ich auch ein bisschen schlauer und kann das Vaterunser auf Englisch. Und auch hier in Amerika gibt es danach ein großes Festessen zu dem die gesamte Familie erscheint. So treffe ich auch nach vielen Jahren die Tochter Emily wieder, die ihren Freund Brett dabei hat. Nur irgendwie sind wir alle ziemlich erschöpft und verschlafen fast das halbe Ostern :)

Und so kommt es, dass ich mich in Rockwall einem kleinen Vorort von Dallas sofort heimisch fühle. Die beiden wohnen in einem riesigen Haus, das von Kühen und Pferden umgeben ist. Dazu noch ein paar Hühner und die mütterliche Pflege machen meinen Aufenthalt seeeehr angenehm. Im Gegenzug mache ich mal wieder meine berüchtigten Eierkuchen und gebe ich Tipps zum Hühnerfüttern – wer hätte das von mir je noch erwartet? :)

Das gute Wetter, welches nun allmählich durchkommt nutzen wir auch direkt aus und begeben uns in den Klyde Warren Park. Eine Grünfläche mitten in der Innenstadt, um den Platz über der Schnellstraße sinnvoll zu nutzen. Hier kann man lesen, spielen, Musik hören oder wie in unserem Falle Sushi mit Keith essen. Keith ist ein weiterer Bruder von meinem Nachbarn der noch etwas später eine wichtige Rolle bei meiner Reise spielte.

Aber nun zum Abendprogramm! Nun ist Emily an der Reihe mir ihre Lieblingsecken von Dallas zu zeigen. Es geht mit ihrem Hund „Diesel“ zum Katy Trail – ein knapp 6 Meilen langer, idyllischer Weg der vor allem von Joggern und Hundebesitzern genutzt wird. Doch einen Stopp legt fast jeder am Katy Trails Ice House an, ein wunderschöner Biergarten mit texanischen Spezialitäten. Ich werde in einen Beergarita (Bier in einem Margarita) eingewiesen und ich zeige der Kellnerin wie man ein Collaweizen mixt – wird es also demnächst auch auf der Karte geben :) Doch dann hat sie leider beruflich zu tun und übergibt mich an ihren Freund Brett der heute mit Timothy (ein 10jähriger, aufgeweckter Junge für den Brett ein Mentor ist) zu den Dallas Stars geht – Eishockey ist angesagt!

Nur leider hab ich noch kein Ticket und alle anderen sind schon drin. Doch siehe da, mein Lächeln wirkt doch noch ganz gut, sodass ich nach knappen 5 min 4 Freikarten angeboten bekomme. Eine reicht mir und ich gehe für lau zu einem amerikanischen Sportereignis. Meinen Sitzplatz ziemlich weit oben muss ich nicht mal einnehmen, da neben Brett noch in der vordersten Reihe ein Plätzchen frei ist – Jackpot! :) Die Kurzfassung vom Spiel – Dallas verliert, wir haben trotzdem ne Menge Spaß und irgendwie sind doch alle Amievents gleich…viel Show drum herum und Mädels die halbnackt am Rand die Pausenunterhaltung bieten. Achja und fast hätte ich es vergessen... durch einen Zufall konnten wir dann auch noch in die Luxussuiten in denen grad ehemalige Spieler waren. Es folgte eine kleine Autogrammstunde und ne Menge Bilder später hatte ich Souvenire von "angeblich" Weltbekannten Eishockeyspielern :)

An einem anderen Abend ging es dann an meine Fitness. Elizabeth ist extrem sportlich und belegt so manche Kurse im nahe gelegenen Fitnessstudio. Nun soll ich auch mal mit…anfangs nur etwas Hanteltraining und dann ging es los…ZUMBA. Oh mein Gott, aber da meine Devise der Reise lautet, dass ich alles wenigstens einmal probiere, bewege ich meine Hüften, Gesäßmuskeln, Arme und all die restlichen Teile am Körper an denen man sonst keine Muskeln zu spüren scheint, zum Takt der Musik. Über eine Stunde quäle ich mich von Lied zu Lied, mache mich zum Affen und schau dabei vielleicht auch gar nicht mal allzu blöd aus, doch eins weiß ich – meine Sportart ist und bleibt Handball! :)

Und nun wo ich mir endlich Turnschuhe gekauft habe, kann es sportlich auf meiner Reise ja nur noch bergauf gehen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die als leicht beschriebene Laufrunde von Elizabeth endete irgendwie irgendwo im nirgendwo durch Schlamm bergauf und bergab, doch nach einer knappen Stunde kam ich völlig fertig wieder heil am „Anwesen“ an. Gott sei Dank ist Gegenüber ein riesiges Einkaufszentrum das man nicht verfehlen kann, denn die Häuser sehen eh alle gleich aus. Apropos Supermarkt, der gerade beschriebene liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Hauptstraße, doch was machen die bequemen Amerikaner – na klar, es wird zum Einkaufen mit dem Auto gefahren :D Sorry Elizabeth, aber diese Info musste einfach mal in meinem Blog erwähnt werden :)

Wenn ihr denkt dass das alles von Dallas war liegt ihr falsch. Eine weitere Sache konnte ich erstmals in den 24Jahren meines Daseins erleben…ich war bei der Maniküre. Ja so ein Mädelsding, bei dem 15 kleine Chinesinnen dir die Fingernägel feilen! Neues Erlebnis und die Erkenntnis das so etwas überaus unwichtig für einen Backpacker ist…Doch ich kann meiner „Gastmama“ nicht genug danken, was sie in der kurzen Zeit alles ermöglicht hat :)

Nur konnte ich dort nicht zu meinem Abflug bleiben, da die Familie auf einer Hochzeit eingeladen war. So kam es zu einer Backpacker-Übergabe im Starbucks der Innenstadt und Keith nimmt mich direkt mit zum nächsten Highlight. Die Qail Creek Shooting Ranch – schließlich kann ich doch Amerika nicht verlassen ohne mal eine Waffe bedient zu haben? Und auch hier bin ich ein Neuling.
Aber mit einer fachmännischen Einweisung eines Schulfreundes von Keith gelang es mir direkt mit dem Gewehr das „Bullseye“ zu markieren. Da eine Zielscheibe ja nicht wirklich spannend ist, packte er dann noch besondere Ziele aus – Zombiehirsche bei denen man die Einschüsse schön deutlich sieht. Wunderbar. Mark ist ein wirklicher Waffenfanatiker… Um etwas Abwechslung zu haben hatte er auch gleich 3 Waffen dabei, schließlich wollte er, dass ich den Unterschied zwischen einer Pistole, Revolver und einem Gewehr erkenne. Und auch Keith fühlte sich wie ein kleiner Junge als neben uns ihm ein Mann eine Schwarzpulver-Pistole gereicht hat. Mächtig Krach und ne Menge Qualm…das sind die Unterschiede die ich feststellte :)
Auch wenn ich kein Waffenfreund bin, bin ich froh diese Sache nun auch von meiner To-Do-Liste abhaken zu können…muss man schon einmal im Leben gemacht haben…

Kontrastprogramm bot mir Keith dann in seinem Haus – der Kindergeburtstag von Annie stand an und hier kamen meine „Au pair-Qualitäten“ der Londonzeit wieder zu Gute.
Eine 2-jähirge kann einen schon ganz schön auf Trapp halten und das Riesenhaus in dem er mit seiner Familie wohnt macht die Verstecksuche nicht einfacher. Der Vorteil von diesem Palast ist, dass ich wiedermal mein eigenes Zimmer für eine Nacht habe – Danke für die wunderbare Gastfreundlichkeit!
Zu toppen ging das dann nur noch am letzten Morgen vor meinem Abflug. Ein Besuch im 4-Seasons sollte es sein, denn hier gehen sie fast täglich für ihr Fitnessprogramm hin. Diverse Punkte waren gegeben und ich entschied mich letztendlich fürs Spinning. Für die die es nicht kennen…nicht so schlimm. Bitte bleibt dabei in der freien Landschaft Fahrrad zufahren als von einem Instruktor imaginäre Berge hochgeschrien zu werden :) Natürlich alles auf Englisch, was es für mich irgendwie nicht freundlicher machte. Nachdem ich nach knapp 40minuten meine Beine so gut wie nicht mehr bewegen konnte hab ich freiwillig kapituliert und mir einen Platz im Spa-Bereich gesichert…Doch so warmes Wasser und Sprudel macht irgendwie müde, sodass ich wohl komischerweise mitten im Getümmel eingeschlafen bin :) Pünktlich zum Mittag saß ich jedoch am Tisch- Essen lass ich nicht einfach sausen und auch mein Flug rückte in greifbare Nähe – L.A. hat mich nach fast 5 Wochen wieder!

Damit ich auch die letzte Fahrt nicht allzu einfach hatte, ist Ben nochmal umgezogen und die Busfahrt dorthin gestaltete sich schwieriger als gedacht. Los Angeles ist und bleibt eine Autostadt…ohne ist man aufgeschmissen! Als Entschädigung für meine Strapazen lud mich Ben jedoch ins Kino ein – Jurasic Park 3D – wieder etwas Neues, da ich den Film wohl in meiner Kindheit verpasst hatte.
Die zweite Filmpremiere folgte dann einen Abend später. Ben in seiner ersten größeren Rolle im Film „Battledogs“. Mit den Produzenten, Direktoren, Makeup-Spezialisten und einigen Darstellern wurde die TV-Ausstrahlung in einer Sportsbar trinkreich zelebriert :) Whiskey mit Honiggeschmack war eindeutig der Favorit des Abends und ließ sich nur durch scharf gewürzte Hühnerschenkel neutralisieren… Das ich nach der Feier erstmal etwas Ruhe brauchte könnt ihr bestimmt verstehen und so kam der ruhige Nachmittag in Pasadena gerade recht – aber das kennt ihr ja schon!

So, nun sitze ich in Costa Rica in der Innenstadt und lass mir die Sonne auf den Buckel scheinen. Was ich die nächsten Tage mach, weiß ich noch nicht so genau…aber mit der Überraschungsstrategie bin ich ja bisher ganz gut gefahren!

Ich hoffe euch geht es allen gut, ihr habt Ostern gut überstanden und freut euch nun auch auf besseres Wetter, was ich euch hiermit nach Deutschland schicke!!!






Montag, 8. April 2013

Atlanta - Dallas-L.A. Teil1

Zurück am Ausgangspunkt…genau zur richtigen Zeit. Die Sonne kommt raus und ich sitze in Pasadena, einem Stadtteil von Los Angeles um euch von meinen letzten Tagen zu berichten. In wenigen Stunden geht dann aber auch schon mein Flieger – weiter Richtung Süden, COSTA RICA :)
Ich habe mich in L.A. mal wieder bei Ben einquartiert, der mir schon am Anfang meines USA-Aufenthalts eine Couch angeboten hatte. Momentan gibt er einen Kunstkurs, sodass ich Zeit habe die Straßen etwas zu durchqueren und gemütlich bei einem Kaffee die warmen Sonnenstrahlen einzufangen.
Doch nun von Anfang an…also das, was nach meiner erlebnisreichen Fahrt nach Atlanta kam. In Atlanta treffe ich einen guten Freund wieder, Drew, der schon beim Haitauchgang in Fidschi mir von seiner Heimat vorgeschwärmt hat. In einem kleinen Apartment in Midtown teilt er sich die Räume mit seiner Katze „Butters“. Da er leider jeden Tag ziemlich lang arbeiten muss, mache ich die Stadt allein unsicher. Den ersten Tag nutze ich erst mal um  mich etwas heimisch zu fühlen und koche leckeres Mischgemüse mit Hackfleischklöschen und Kartoffeln….mhmmm lecker! 
Ihr denkt vielleicht das ist ein Kinderspiel, jedoch nicht wenn es in diesem Männerhaushalt nicht einmal ein Messer gibt! Warum auch, ein Löffel reicht ja zum Umrühren von Fertiggerichten und alle anderen Sachen sind meistens vorgeschnitten :) Wie gut das ich ein perfekter Backpacker bin und mein eigenes Besteck mit schleppe. So werden die Kartoffeln zwar etwas mühselig geschält aber wie heißt es so schön, man muss sich sein Essen erst einmal erarbeiten. 

Und nicht nur für das Abendessen sind meine Gewürz- und Kochreserven brauchbar. In meinem Allround-Rucksack trage ich so die ein oder anderen Wunderwaffen herum. Nelken – immer gut welche dabei zu haben, nicht nur um Rotkraut abzuschmecken, nein ich konnte einen Amerikaner davon überzeugen, dass man durch Kauen auf einer Nelke seine Zahnschmerzen lindern kann :) Nur gut, dass ich dafür anfangs ziemlich belächelt wurde. Danke aber an meine Mama und Oma die mir all die Hausmittel schon als Kind vermittelt haben…

Am nächsten Tag ging es bei Eiseskälte durch die Innenstadt von Atlanta, vorbei an verschiedenen Attraktionen, wie dem COCA COLA World, dem Olympic Park, wo 1996 die Olympischen Spiele stattgefunden haben und letztendlich zum Aquarium. Dies ist ein besonderer Besuchermagnet, da es das größte der Welt ist. Mit knappen 40$ auch kein Schnäppchen, doch mit etwas finanzieller Unterstützung von Drew wagte ich den Besuch und wurde von tausenden Fischen, Schildkröten, Delfinen und sonstigen Wassertierchen begrüßt.
Jedoch hab ich irgendwie genau die Ferienzeit erwischt und konnte mich so mit hunderten kleinen, schreienden Kindern durch die Gänge drücken. Highlight des Aquariums ist die Delfinshow. Vollgestopft mit 1879 Leuten startete eine knapp 1 stündige Wassershow mit Sound und Lichteffekten. Die armen Tierchen müssen dann ihre Kunststücke vollführen und bekommen dafür ein Leckerlie…

Nach mehr als 3 Stunden geht es wieder raus in die winterlich kalte Luft mit der Erkenntnis das so ein Unterwasserschauplatz zwar ganz schön ist um Kindern auch diese Welt nahe zu bringen, doch ich bevorzuge die Tierchen lieber in freier Natur und verwende das Geld das nächste Mal besser bei einem Tauchgang…vielleicht ja in Costa Rica ;)

Natürlich konnte ich Atlanta auch nicht verlassen ohne eine richtige Einweisung in „The walking dead“ – eine der bekanntesten Fernsehserien in den USA gerade. Mit Drew hatte ich den besten Lehrer, da er für die Show arbeitet und seine ganze Wohnung voll mit „Zombie-Accessoires“ ist. Mit kleinen Hinweisen und Hintergrundwissen, wie was gedreht und getrickst wurde konnte ich einen guten Einblick in die Filmbranche bekommen. Doch nun rückt Ostern immer näher und so langsam muss ich ja auch wieder Richtung Westküste.

Nachdem mein eigentlicher Plan, erst New Orleans, dann Houston und Austin zu besuchen an der Unterkunftsfindung gescheitert ist (warum verreisen auch alle Amerikaner zu Ostern?), buchte ich einen Direktbus von Atlanta nach Dallas. 18 Stunden Fahrt für nur 45$ mit einem Zwischenstopp in Memphis. Pünktlich um 6Uhr morgens am Karfreitag erreichte ich Downtown Dallas und wurde freudestrahlend von Elizabeth empfangen. Endlich mal wieder ein bekanntes Gesicht…sie ist die Schwester von meinem Nachbarn Chris in Deutschland. Das hatte so manche Vorteile. Zum einen bin ich Ostern nicht allein und kann in einer Familie feiern zum anderen habe ich die nächsten Tage mal nicht den großen Reisestress, da mein Flieger zurück nach Los Angeles direkt von Dallas/Forth Worth geht. Eine Woche also an einem Platz…Entspannung! 

Wer nun an Langeweile denkt irrt gewaltig! Jeden Tag hatten wir einen anderen Höhepunkt damit ich mein Tagebuch auch schön füllen kann. Elizabeth und ihr Mann Joel wollten auf keinen Fall das ich Texas mit einem schlechten Eindruck verlasse und verwöhnten mich auf beste Weise. DANKE! 
Fortsetzung folgt…

Dienstag, 26. März 2013

New York – Washington D.C.

Von der West an die Ostküste. Um Zeit zu sparen geht’s mit dem Flieger und selbst der dauert fast doppelt so lang als mein Flug damals von Asien nach Australien. Die Ausmaße der Staaten sind riesig!

Und hier bin ich wieder mit meinen Vergleichen. Die Ostküste erinnert stark an Europa. Laubbäume momentan ohne Laub, überall liegt bisschen Restschnee, es ist windig und die Frühblüher kommen aus dem Boden – Schneeglöckchen, Osterglocken…Ostern ist schließlich auch schon nächste Woche (hab ich mir sagen lassen :) )!Wie die Zeit vergeht…

Um die Flugkosten etwas zu kompensieren, spar ich mir eine Unterkunft und buch stattdessen den Flug über Nacht. Doch mit Verspätung und dann einem interessanten Sitznachbarn konnte ich so gut wie kein Auge zu machen und war mehr als 40Stunden auf den Beinen als ich endlich mein „Couchsurf-Platz“ bei Leon in Mitten von New York beziehen konnte. Leon ist Ex-Profi Baseballer und noch so einige andere Qualitäten und Auszeichnungen fand ich unter seinem Namen bei Wikipedia :) Nur 7min Fußweg zum Times Square, exzellente Verpflegung von Leon, Bowlingabend und dann noch mit Moises, einem anderen Couchsurfer einen privaten Stadtführer. Was will man mehr?

Mal wieder kann ich davon profitieren von Einheimischen rumgeführt zu werden, so fahren wir fast umsonst vorbei an der Freiheitsstatue…und zwar auf dem Weg zum Ikea. Am Wochenende ist die Fähre komplett frei, in der Woche für 5$, die man aber später wieder zurückbekommt, wenn man dort was kauft. Auch sonst verpass ich keins der Hauptattraktionen - Central Park, Rockefeller Center, Empire State Building, 5th Avenue, Wal Street, World Trade Centre (Memorial), Hudson River, naja und den ganzen Rest :) Wobei ich mich größten Teils nur in Manhattan aufhalte.

Die Zeit vergeht auch hier viel zu schnell und schon wenige Tage später nehm ich einen Bus nach Washington D.C. – der Hauptstadt der USA.

Der Empfang dort könnte nicht besser sein. Priscilla und Bob nehmen mich wie ihre eigene Tochter für einige Tage in ihr Haus etwas außerhalb im Bundesstaat Maryland auf. Dort bekomm ich mein eigenes Zimmer mit Bad, werde bekocht und mit Infos über das Land versorgt. Einfach zu gut!!! Das alles hab ich deren Sohn John zu verdanken, den ich bei einem Kava-Abend auf Fidschi kennen gelernt hab. Ich hab ihm Tipps über seine nächsten Reiseziele in Neuseeland und Australien verraten und er hat mir den Kontakt zu seinen Eltern gegeben. Perfekter Deal!

So sehe ich in den Tagen die meisten Denkmäler der Stadt, einige Museen und natürlich das Kapitol und das Weiße Haus. Aber schaut einfach mal in der Bildergalerie. An einem Nachmittag sind sie dann zusammen mit mir nach Georgetown, dem alten Washington. Sehr nette kleine Häuser und eine bekannte Universität. Da hier gerade Tag der offenen Tür ist schlendern wir auch einmal kurz über den Campus und beenden den Nachmittag in einer Studentenkneipe mit sehr leckerem Essen.

Irgendwie fühl ich mich für ein paar Tage sehr heimisch. Ich werde umsorgt und kann mit meinen „Altdeutsch-Kenntnissen“ sogar helfen und einige alte Briefe aus der Kriegszeit von Verwandten übersetzen. Alles erinnert mich ein bisschen an die Erzählungen von meinem Opa Nelly und die Aufenthalte bei Patit (die Schwester meiner Oma).
Zum Dank backe ich mal wieder einen Blechkuchen, wobei das viel zu wenig ist…ich hoffe ich kann mich irgendwann mal revanchieren für die überaus große Gastfreundlichkeit.

Seit gestern bin ich nun weitergezogen. Nächstes Ziel Atlanta, Hauptstadt des Bundesstaates Georgia und Schauplatz der Olympischen Spiele von 1996. Doch so einfach ist es gar nicht dort hinzukommen. Nach 2 abgesagten Mitfahrgelegenheiten dachte ich, ich hab nun endlich mal Glück. Ein Student nimmt mich ab Charlotte mit bis Atlanta. Also erstmal wieder ab in einen Bus, 8h Fahrt und das bei schlimmsten Schneesturm, Schneeregen, Regen…und Eiseskälte. Kurz vor Charlotte bekomm ich einen Anruf, dass der Student wegen des Wetters nun doch nicht fährt. Na toll…also irgendwo im nirgendwo, frierend an einer Bushaltestelle. Gut das der nächste Bus nach Atlanta grad vor meiner Nase weg fährt und der nächste in 2 Stunden los rollt. Also warten…und natürlich hat der Bus dann Verspätung. Zu allem Überfluss ist er auch noch überbucht und ich bekomm keinen Platz mehr – warten war umsonst. Nun wird es auch noch dunkel, die Temperaturen sind nicht gerade reisefreundlich und die noch fahrenden Busse nach Atlanta starten von einem anderen Ort und kosten das 3fache. 
Aber was bleibt mir übrig, also geht es dort hin und siehe da ich ergattere einen Platz um sage und schreibe 21:20Uhr. Meine Augen fallen langsam zu, da ich seit 5Uhr morgens wach bin. Nun kommt noch der Hunger dazu, den ich leider nur mit einem vor Fett triefendem Burger aus einem Busbahnhofsstand für massig viel Geld stille. Um halb 3 erreichen wir dann Atlanta – endlich!!! Gott sei Dank werd ich an der Haltestelle von Drew abgeholt, der zu allem Überfluss von den Polizisten verfolgt wird. Ausversehen ist er verkehrt in eine Einbahnstraße gefahren… Was für ein Tag…